Weilheim und Umgebung

Weilheim ist jetzt Fairtrade-Stadt

Auszeichnung Der Verein „TransFair“ hat das Engagement für fairen Handel und Nachhaltigkeit seitens der Stadtverwaltung, der Gastronomen, Einzelhändler und Institutionen im Städtle gewürdigt. Von Bianca Lütz-Holoch

In Weilheim setzt sich eine ganze Reihe von Akteuren für gerechtere Arbeits- und Produktionsbedingungen ein.Foto: Carsten Riedl
In Weilheim setzt sich eine ganze Reihe von Akteuren für gerechtere Arbeits- und Produktionsbedingungen ein.Foto: Carsten Riedl

Fairtrade-Stadt darf sich Weilheim ab sofort nennen. Als 701. Kommune in Deutschland hat sie vom Verein „TransFair“ diesen Titel verliehen bekommen. Wo es fair gehandelte Produkte im Städtle zu kaufen gibt und welche Weilheimer Institutionen sich für den Nachhaltigkeitsgedanken einsetzen, zeigt der neue Einkaufsführer im Faltblatt-Format. Ihn stellten Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle und Sina Schmid, bei der Stadtverwaltung fürs Thema Nachhaltigkeit zuständig, in kleinerer Runde vorm Rathaus vor. Mit von der Partie waren die lokalen Fairtrade-Partner aus Gewerbe, Gastronomie, Vereinen, Institutionen und Bürgerschaft. „Wir sind viele und werden mehr“, sagte Johannes Züfle und appellierte: „Machen Sie weiter und bleiben Sie bei der Stange.“

„Fairtrade verbindet Konsumenten auf der einen Seite und Produzenten auf der anderen Seite der Welt miteinander“, legte der Bürgermeister dar. Als Fairtrade-Stadt setze sich Weilheim für eine gerechtere Welt und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen benachteiligter Produzentengruppen sowie den Schutz natürlicher Ressourcen ein.

Kleine Dinge, die viel bewegen

In Weilheim wird Nachhaltigkeit bereits in vielen Bereichen gelebt. Das gilt zum einen für die Stadtverwaltung. „Wir sind eine recyclingpapierfreundliche Kommune“, nennt der Bürgermeister ein Beispiel. Auch andere Büromaterialien werden nachhaltig beschafft. Der Energiebericht der Stadt trägt dazu bei, Energiefresser zu identifizieren und ihnen zu Leibe zu rücken. Im Rathaus stehen Sammelboxen für alte Handys und Brillen bereit. „Das sind kleine Dinge, die aber viel bewegen können“, so Züfle. Auch zahlreiche andere Unternehmer und Institutionen setzen sich für fairen Handel und Nachhaltigkeit ein, ob als Multiplikatoren oder als Anbieter von Waren, die das Fairtrade-Siegel tragen: Lebensmittel und Getränke, Blumen, Textilien, Kosmetika und Deko-Artikel.

Gutes tun und darüber reden ist in diesem Fall die Devise: „Wir wollen den Gedanken ja auch hinaustragen“, betont Johannes Züfle. Es sei wichtig zu beobachten, was andere tun. Als Vorbilder und Vorreiter in Weilheim und der ganzen Region hätten sich die Bäckerei Scholderbeck und die Gaststätte Burgmanns erwiesen - mit ihrem Engagement für Mehrweg-Kaffeebecher und Mehrweg-Geschirr. Die Stadt hofft, dass noch weitere Einzelhändler und Institutionen auf den Fairhandels-Zug aufspringen.

Vor eineinhalb Jahren hatte sich Weilheim um die Auszeichnung Fairtrade-Stadt beworben. Damals wurde auch eine Steuer- ungsgruppe gegründet, die sich regelmäßig trifft und deren Vorsitzender der Weilheimer Gastronom Jesse Burgmann ist.

Der Weilheimer Einkaufsführer „Fairer Handel in unserer Stadt“ wird in der kommenden Woche an die Weilheimer Haushalte verteilt und ist dann auch auf der Homepage der Stadt, www.weilheim-teck.de abrufbar. Außerdem liegt er in den örtlichen Fairtrade-Anlaufstellen, im Bürgerbüro und der Stadtbücherei aus.

Es gibt jetzt acht Fair-Trade-Kommunen im Kreis

Mit dem Titel „Fairtrade-Town“ zeichnet der Verein „Trans-Fair“ Kommunen aus, die sich besonders für fairen Handel, gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen einsetzen.

Der Verein vergibt auch das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert bessere Arbeits- und Produktionsbedingungen in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie für Kleinbauern dort.

Über 700 Städte in Deutschland sind mittlerweile als „Fairtrade-Town“ ausgezeichnet worden. Im Landkreis Esslingen tragen acht Kommunen den Titel: Kirchheim, Köngen, Plochingen und Hochdorf, Ostfildern, Wernau, Filderstadt und Weilheim.

Fünf Kriterien müssen Städte erfüllen, um die Auszeichnung zu erhalten. So braucht es einen Gemeinderatsbeschluss und eine Steuerungsgruppe, und es müssen faire Produkte im Ort angeboten werden. Einzelhändler, Gastronomen, Schulen, Vereine und Kirchen sowie Medien sollen eingebunden werden.bil

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