Weilheim und Umgebung

Weilheim plant Kindergarten-Neubau

Kinderbetreuung Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist vor allem im U3-Bereich hoch. In Hepsisau wird deshalb kurzfristig eine neue Kleinkindgruppe eingerichtet. 2019 soll eine ganz neue Kita gebaut werden. Von Bianca Lütz-Holoch

Noch spielen hier nur die „Großen“. Zum Jahreswechsel soll in Hepsisau aber zusätzlich eine U3-Gruppe eingerichtet werden.Foto:
Noch spielen hier nur die „Großen“. Zum Jahreswechsel soll in Hepsisau aber zusätzlich eine U3-Gruppe eingerichtet werden. Foto: Tanja Spindler

Betreuungsplätze für die ganz Kleinen sind in Weilheim gefragt:„Unsere Krippenplätze reichen nicht mehr aus“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle: „Wir haben im Moment Wartezeiten von fünf bis sechs Monaten.“ Zwei Gründe für diese Entwicklung macht der Rathauschef aus: „Zum einen steigen die Kinderzahlen, zum anderen vollzieht sich ein gesellschaftlicher Wandel: Oft gehen schon beide Elternteile wieder früh arbeiten.“

Für Johannes Züfle steht deshalb fest: „Wir müssen uns Gedanken über den Neubau einer Kindertageseinrichtung machen.“ Zunächst soll ein Gebäude für zwei Gruppen entstehen - mit Ausbaumöglichkeit für eine dritte und vierte Gruppe. „Wir beginnen jetzt schon mit der Suche nach einem geeigneten Standort.“

So lange sollen sich wartende Eltern jedoch nicht gedulden müssen. Deshalb richtet die Stadt kurzfristig eine Kleinkindgruppe in Hepsisau ein. „Der Kindergarten ist für zwei Gruppen gebaut, wird aber nur eingruppig genutzt“, sagt Johannes Züfle und fügt hinzu: „Das ist die einzige räumliche Ressource in einem städtischen Kindergarten, die wir noch haben.“ Entstehen soll dort eine neue U3-Gruppe mit zehn Plätzen. „Der finanzielle Aufwand ist verhältnismäßig gering“, so Züfle. Rund 75 000 Euro muss die Stadt in den Umbau investieren. Voraussichtlich zum Jahreswechsel kann die Gruppe eröffnen. „Das Einrichten geht schneller, aber bis die Betriebserlaubnis kommt, dauert es meistens“, sagt der Rathauschef.

Ein paar Wermutstropfen gibt es bei der Lösung: Denn Bedarf an einem Krippenplatz haben lediglich Familien aus Weilheim angemeldet, nicht aus dem Ortsteil Hepsisau. „Wer einen Platz möchte, muss sein Kind dann eben von Weilheim mit dem Auto nach Hepsisau bringen“, sieht es Johannes Züfle pragmatisch. Auch für die Jungen und Mädchen, die den Regelkindergarten in Hepsisau besuchen, ändern sich einige Dinge. „In dem Bereich, in dem die Krippe eingerichtet wird, haben die Kinder derzeit Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen“, so Züfle. Turnen können sie auch künftig - allerdings müssen sie dazu das Haus verlassen und zusammen mit ihren Erzieherinnen in die Zipfelbachhalle gehen. Auch ein Teil des Gartens wird künftig den Kleinen vorbehalten sein.

Auch an anderer Stelle baut die Stadt die Kinderbetreuung aus. So werden die eineinhalb Regelgruppen am Egelsberg im Spätsommer in zwei ganze Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten umgewandelt. „Gerade am Egelsberg sind die Anmeldezahlen hoch“, begründet Johannes Züfle. „Und laut Prognose reichen die Plätze auch künftig nicht aus.“ Benötigt wird deshalb auch eine zusätzliche 75-Prozent-Stelle, die Kosten von rund 35 000 Euro im Jahr verursacht.

„Nicht nur all die Neuerungen, auch die jährlichen Tarifsteigerungen kosten Geld“, betont Johannes Züfle. Deshalb - so haben es Kindergartenausschuss und Gemeinderat beschlossen - steigen die Kindergarten- und Krippengebühren in Weilheim zum 1. September um acht Prozent. „Wir versuchen damit, den von den kommunalen Landesverbänden und Kirche vorgegebenen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent zu erreichen“, begründet Johannes Züfle. Aktuell liege der Kostendeckungsgrad bei 18,9 Prozent. Draufzahlen muss die Stadt jedes Jahr 1,6 Millionen Euro. „Runtergerechnet bedeutet das, dass der Steuerzahler für jeden Ü3-Platz 600 Euro und für jeden U3-Platz 900 Euro im Monat zuschießen muss“, veranschaulicht Johannes Züfle.

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