Weilheim und Umgebung

Weilheim treibt Gewerbegebiet voran

Wirtschaft Im kommenden Frühjahr soll die Entscheidung fallen, ob in Weilheim nördlich der L 1200 Gewerbeflächen entstehen. Derzeit führt die Verwaltung Gespräche mit den Grundstückseigentümern. Von Bianca Lütz-Holoch

Nördlich der Landesstraße zwischen Edeka-Kreisel und Aral-Kreuzung könnte das neue Gewerbegebiet „Rosenloh“ entstehen. Die rote
Nördlich der Landesstraße zwischen Edeka-Kreisel und Aral-Kreuzung könnte das neue Gewerbegebiet „Rosenloh“ entstehen. Die rote Fläche auf dem Foto zeigt die 30 Hektar, die dafür infrage kommen. Archiv-Foto: Werner Feirer

Vor vier Jahren ist das Thema zum ersten Mal aufgepoppt: Nördlich der Landesstraße 1200 in Weilheim zwischen dem Kreisverkehr beim Edeka-Markt und der Kreuzung bei der Aral-Tankstelle soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Jetzt werden die Pläne konkreter. Die Stadt Weilheim und die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) führen derzeit Gespräche mit den Eigentümern der landwirtschaftlichen Flächen im Bereich des potenziellen Gebiets. Ob und in welcher Form es kommt, hängt in erster Linie von ihnen ab. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr 2021 eine Entscheidung über die Entwicklung treffen können“, sagt Weilheims Bürgermeis­ter Johannes Züfle.

Eine Befragung örtlicher Unternehmen vor vier Jahren hatte ergeben, dass in Weilheim Bedarf an Neubauflächen besteht. Vor allem diesen möchte die Stadt mit dem neuen Gewerbegebiet „Rosenloh“ decken. „Es geht darum, unsere erfolgreichen Unternehmen am Ort zu halten“, betont Züfle. „Keines von ihnen soll woanders hin müssen, weil es bei uns nicht genügend Flächen gibt.“ Es sei wichtig, Arbeitsplätze in Weilheim zu halten und - wenn möglich - auch zusätzliche anzusiedeln. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Gewerbesteuer. „Mit ihr finanzieren wir das komplette Gemeinwesen - Kindergärten, Schulen, Straßen“, verdeut­licht Johannes Züfle, wie wichtig es für die Kommune ist, zahlungskräftige Firmen in der Stadt zu halten.

Ein besonderes Augenmerk soll aufs Thema Verkehr gelenkt werden. „Wir wollen die Autos vor den Toren abfangen und nicht durch die Stadt lenken“, betont Felix ­Boenigk von der Kommunalentwicklung der LBBW. Machbar wäre es sogar, die Kreuzung bei der Aral-Tankstelle durch eine Querverbindung nördlich der Landesstraße zu entlasten.

Rund 30 Hektar groß ist das Gebiet nördlich der Landstraße, das sich für die Ansiedlung von Gewerbe eignen würde. In einem ers­ten Schritt könnten zehn Hektar davon zu einem neuen Gewerbe­gebiet werden. „Es ist möglich, im Osten anzufangen und das Gebiet später nach Westen hin weiterzuentwickeln oder genau umgekehrt“, erläutert Felix Boenigk. Auch ein Aufbau von Süden nach Norden wäre denkbar, auf einem schmaleren oder länglicheren Streifen. „Das hängt davon ab, in welchem Bereich die größte Verkaufsbereitschaft der Eigentümer besteht“, so Boenigk. Voraussetzung ist immer, dass ein zusammenhängendes Gebiet entsteht. In den vergangenen Wochen haben Stadt und KE 360 Eigentümer zu Infoveranstaltungen eingeladen. Der Großteil habe sich offen für weitere Gespräche gezeigt, so der Bürgermeister. Mit dabei waren nicht nur diejenigen, die Flächen im fraglichen Bereich des Gewerbegebiets besitzen, sondern auch Besitzer von Grundstücken, die sich weiter im Norden bis hin zur Autobahn erstrecken. Dort soll zwar kein Gewerbegebiet entstehen, Eigentümer dort kommen aber als Flächen-Tauschpartner infrage.

Die Sorge einiger Bürger, das Gewerbegebiet könnte letztlich noch größer werden als 30 Hektar und Großinvestoren anlocken, versucht der Bürgermeister auszuräumen. „Es geht nicht um 30 Hektar plus, sondern um zehn Hektar - mit der Perspektive, sie bis auf 30 zu erweitern“, betont Züfle. Er versichert auch, dass die Flächen vor allem für örtliche Unternehmen gedacht sind. „Es könnten sich aber auch Schlüsselbranchen ansiedeln, die wir dringend in der Region Stutt­gart brauchen“, sagt er. Es sei wichtig, Unternehmen im Bereich neue Technologien in der Region zu halten, damit Zukunftsbranchen nicht ganz abwandern. „Da sind auch alle Kommunen in der Verantwortung.“ Ganz wichtig aber auch: Die Entscheidung über das neue Gewerbegebiet trifft letzten Endes der Weilheimer Gemeinderat. Der sendet zum großen Teil positive Signale aus, was die Entwicklung des Gewerbegebiets angeht.

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