Weilheim und Umgebung

Weilheimer Brandbekämpfer hatten mehrfach Glück

Feuerwehr Bei der Jahreshauptversammlung zieht Kommandant Norbert Wahl eine positive Bilanz für 2018.

Braucht dringend eine Schönheitskur: Das Feuerwehrhaus in Weilheim. Foto: Carsten Riedl

Weilheim. Windbruch, Pkw-Unfälle, Traktor-, Haus- und Garagenbrand - auch 2018 war die Freiwillige Feuerwehr Weilheim stets zur Stelle, wenn Hilfe vonnöten war. Während ihrer Jahreshauptversammlung haben die Kameraden auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt, im dem sie 90 Mal alarmiert wurden. „Wir waren 1 622 Stunden im Einsatz“, fasste Kommandant Norbert Wahl das Jahr zusammen. „Gegenüber 2017 verzeichnen wir damit einen Rückgang um 22 Prozent.“ 2018 zählte der Kommandant zehn Fehlalarme, gegenüber 30 im Jahr davor. Eine Entwicklung, die Wahl begrüßte.

„Außerdem mussten wir trotz extremer Wetterlage zu keinem Flächenereignis ausrücken“, sagte der Feuerwehrchef und fügte hinzu: „Auch hier hatten wir Glück.“ Zu Flächenereignissen gehören Stürme oder Hochwasser in einem größeren Umkreis, so dass die Feuerwehr weiträumig ausrücken muss. Davor blieben die Weilheimer 2018 verschont.

Bürgermeister Johannes Züfle staunte darüber, dass „die Kameraden im Schnitt gerade einmal drei Minuten und 26 Sekunden benötigen, um zum Magazin zu fahren, sich umzuziehen und mit dem Einsatzfahrzeug auszurücken“. Verglichen mit 2017 waren die Rettungskräfte 2018 damit eine Sekunde schneller. „Man muss allerdings darauf hinweisen, dass die Ausrückzeit durch die Verkehrssituation bestimmt ist“, betonte Norbert Wahl. „Denn die Kameraden fahren mit dem privaten Pkw ins Magazin und müssen sich an die Straßenverkehrsordnung halten.“

Die Zahl der Kameraden, die in Weilheim arbeiten, nimmt zwar ab, trotzdem ist die Besetzung für die ersten Fahrzeuge, die ausrücken, gedeckelt. Dafür lobte der Kommandant auch die Arbeit von Manuel Schumacher, der die Jugendfeuerwehr (JFW) leitet und für „Nachschub“ sorgt. In der Regel wechseln laut Schriftführer Helmut Burkhardt 50 Prozent eines Jahrgangs von der JFW in die Einsatzabteilung. Deren Altersdurchschnitt lag 2018 bei 36,4 Jahren und wird bis 2024 auf 36,2 Jahre sinken. Das zeigte für Norbert Wahl, dass Nachwuchsarbeit genauso wichtig ist wie Übungen und Lehrgänge.

Von Januar bis Dezember 2018 nahmen viele der 104 Feuerwehrleute an rund 64 Übungsabenden teil, vier trainierten am Brandübungscontainer in Kirchheim. Seit 2012 haben die Kameraden 422 Lehrgänge durchlaufen. Letztes Jahr bildeten sich einige beispielsweise zum Truppmann für Zivil- und Katastrophenschutz oder zum Gruppen- und Zugführer fort. Auch eine Schulung zu den Risiken der Elektromobilität wurde besucht. Ende 2018 zählten sie 95 Atemschutzgeräteträger, 84 Sprechfunker, 62 Maschinisten, 17 Drehleitermaschinisten, neun Zug-, 86 Trupp- und 32 Gruppenführer sowie 14 „Ausgebildete in Absturzsicherung“ in ihren Reihen. Hinzu kommen drei „Ausgebildete in Führen über Zugstärke“ und zwei „Ausgebildete in Stabsarbeit“. Gleichzeitig schaffte die Feuerwehr 2018 Ausrüstungsgegenstände im Wert von 40 000 Euro an, darunter etwa Handlampen, neue Tore oder ein Hydraulikaggregat. Dafür hatte das Land Zuschüsse in Höhe von circa 10 000 Euro gewährt.

Johannes Züfle betonte, dass das Land für die Ersatzbeschaffung des Hepsisauer Löschfahrzeugs rund 95 000 Euro bereitstellt. Das neue Fahrzeug wird Weilheim also 265 000 Euro kosten. Mitte 2020 kann es aber erst übernommen werden. Der Schultes teilte mit, dass die Entschädigungssätze pro ehrenamtlich geleistete Stunde von 11 auf 14 Euro erhöht wurden. Verbesserungen gibt es auch bei den Jahrespauschalen für Funktionsträger wie Kommandant und Stellvertreter. Das Feuerwehrhaus bedarf Züfle zufolge altersbedingt einer größeren Sanierung. Die Planungen gehen deshalb über den ursprünglich geplanten Anbau für neue Spinde hinaus. Vorübergehend erhalten die Feuerwehrleute einen Container mit 30 Spinden.

Nachdem Schriftführer Helmut Burkhardt, Kassier Andreas Höger und Altersgruppenleiter Helmut Pfauth ihre Berichte verlesen hatten, wurde Norbert Wahl als Kommandant wiedergewählt und Wolfgang Pfauth als sein Stellvertreter bestätigt. Kurt Höger wurde zum Leiter der Altersgruppe, Fritz Braun zu seinem Stellvertreter gewählt. Daniela Haußmann

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