Weilheim und Umgebung

Wenn der Eismann zweimal klingelt

Garten Heinz und Heide-Marie Bauer haben im April in ihrem Naturgarten in Holzmaden fleißig gepflanzt. Doch kurz nach Ostern kam Väterchen Frost zu Besuch und hinterließ seine traurigen Spuren. Von Cornelia Wahl

Heide-Marie und Heinz Bauer begutachten die Frostschäden in ihrem Garten.Fotos: Cornelia Wahl
Heide-Marie und Heinz Bauer begutachten die Frostschäden in ihrem Garten.Fotos: Cornelia Wahl

Eigentlich hätten Heide-Marie und Heinz Bauer an diesem sonnigen Nachmittag allen Grund, voller Freude auf das im April Geleistete im Garten zu blicken. Zahlreiche über den Garten verteilte Windspiele klingen im sachten Lüftchen und verbreiten zusammen mit dem Plätschern des Bachlaufes fast schon eine verwunschene Atmosphäre. Doch zwei Nächte zuvor war Väterchen Frost zu Besuch und hat an vielen Stellen für braun-schwarze und hängende Blätter und Blütenköpfe gesorgt. „Den nicht heimischen Pflanzenarten hat der Frost zugesetzt“, sagt Heide-Marie Bauer beim Gang durch den Garten. Weder der Farn noch die frischen Blätter der Hortensien blieben verschont. Besonders arg unter dem Frost gelitten hat der Nussbaum. Trostlos schaut er auf den Garten der Bauers: Kaum einer seiner Triebe trägt noch frisches Grün. Ein ebenfalls jämmerliches Bild gibt der Blauregen ab. Sonst im April leuchtet er mit strahlend blauen Blüten. Nun sind sie eher grau denn blau. „Da bin ich schon traurig, dass der Blauregen erfroren ist, das ist schade“, sagt Heide-Marie Bauer. Doch sie hofft, „dass er zumindest wieder grün wird“.

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Trotz aller Traurigkeit über den Schaden, den der Frost angerichtet hat, gibt es Anlass zur Freude: Die Maiglöckchen machen mit ihren angesetzten Blüten Hoffnung auf kommende Blütenfreuden. Und auch die Rosen haben den Frost gut überstanden. Nichts anhaben konnten die frostigen Temperaturen dem Pfaffenhütchen-Bäumchen an einer anderen Stelle des Gartens. Mit seinen wunderschönen weißen Blüten zieht er die Blicke auf sich. Und auch rings um den Teich lassen sich immer wieder farbige Blütenköpfchen erspähen.

Bis zu den Frosttagen haben die Bauers mächtig im Garten gewerkelt. Die Zypressen, die am Anfang eines Gartenweges standen, sind dem Efeu gewichen. Eigens dafür hat Heinz Bauer aus Aluminiumröhren ein Klettergerüst gebaut, an dem sich die immergrünen Pflanzen entlangranken können. Für den Hobbygärtner sind die Aluröhrchen „das optimale Material“. „Sie rosten nicht, müssen nicht gestrichen werden und lassen sich gut verarbeiten“, erzählt er.

Zudem erhielt der Rasen den ersten Schnitt und wurde vertikutiert. Aufmerksamkeit verlangt der Teich. „Der Austausch der UV-Lampe steht im April an“, sagt Heinz Bauer. Darüber hinaus gilt es, nach einem Leck zu suchen, denn der Teich verliert Wasser.

Überall, wo im Garten Platz war, verteilte die Hausherrin den restlichen Kompost und pflanzte Blumen: Eisenhut, Jakobsleiter und Stockrosen sowie Wollziest als Einfassung verfeinern den Garten. Gräser wurden geteilt und verkleinert und ersetzen fortan an einigen Stellen Buchsbäume. An anderen Plätzen wich der Buchs Spindelsträuchern. In die vorhandenen Hochbeete hat Heide-Marie Bauer Gemüse und Salat gepflanzt. Darüber hinaus erforderte es die Trockenheit, dass Bauers den Garten bereits wässern mussten.

Als Nächstes steht für Heinz Bauer der Bau weiterer Hochbeete an. Seine Frau will sich auf die Suche nach einer gelben Seerose machen, um so dem Teich in den kommenden Monaten einen weiteren Farbtupfer hinzuzufügen. Im Sandkasten soll ein Kakteenhügel entstehen. Und die Hausherrin plant, wie sie sagt, „ein neues, kleines Beet, das mit Katzenminze und Rosen bepflanzt werden soll“.

Mit einem Gartenfan durchs Jahr
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Gartentipps für April

1 Pflanzen vor späten Nachtfrösten und kaltem Wind schützen Von so manchem warmem Frühlingstag sollte man sich im April nicht täuschen lassen. Ist Frost oder kalter Wind angesagt, dienen Gartenfolie und Vlies als Abdeckungen kälteempfindlichen Pflanzen als Frostschutz.

2Gartenmöbel pflegen Im April ist Zeit, sich um die Gartenmöbel und den Sonnenschutz zu kümmern. Wo nötig und angebracht, kann repariert, frisch gestrichen oder geölt werden.

3Teichpflege „Die UV-Lampe im Teich ist jedes Jahr auszutauschen“, weiß Heinz Bauer. Der April eignet sich zum Kauf und zum Austausch. Das ultraviolette Licht vernichtet Algen und Krankheitserreger im Wasser. Außerdem können die während des Winters ausgebauten Brunnenpumpen der Wasserspiele auf ihre Funktion hin überprüft und wieder eingebaut werden.cw