Weilheim und Umgebung

Wenn man davonläuft, brennt‘s an

Ernährung Gerda Uebele und Helga Jauß vom Landfrauenverein Hattenhofen-Zell-Pliensbach servieren eine leichte Sommermahlzeit. Von Cornelia Wahl

Der Landfrauenverein in Hattenhofen hat seine Wurzeln im Jahre 1972 mit damals 27 Frauen. 1982 stießen die Landfrauen aus Zell unter Aichelberg hinzu. Und auch die Pliensbacher gingen im Landfrauenverein Hattenhofen auf. An der Mitgliederzahl hat sich mit der Zusammenlegung in den vergangenen 46 Jahren nicht viel geändert. Aktuell sind 30 Frauen mit von der Partie. Helga Jauß ist eine von ihnen und seit 20 Jahren die Vorsitzende. Dabei möchte sie den Vorsitz seit zwei Wahlperioden abgeben, erzählt sie, „aber es ist niemand da, der es machen will“. Um den Verein als Bestandteil des Kulturlebens zu erhalten, stellte sie sich im Frühjahr zur Wiederwahl und ist seither für weitere drei Jahre gewählt. Obwohl sie ans Aufhören denkt, ist sie mit Leib und Seele dabei, wenn sie von ihrer Arbeit als Vorsitzende erzählt.

Helga Jauß gibt die mit Öl verfeinerten Kartoffeln auf ein Backblech.Fotos: Helga Wahl
Helga Jauß gibt die mit Öl verfeinerten Kartoffeln auf ein Backblech. Foto: Helga Wahl

Das Rezept des Monats Juli ist eine Gemeinschaftsproduktion mit der Zellerin und Zweiten Vorsitzenden Gerda Uebele. Bei den Überlegungen für die Auswahl war den Landfrauen wichtig, dass es sich um ein leichtes Gericht handeln soll. Entschieden haben sie sich für Fischfilet, paniert mit Sesam, Ofenkartoffeln und Tomaten-Chutney.

Für das Fischfilet nimmt Helga Jauß Viktoriabarsch und Rotbarsch, die sie anstatt in Butter in Öl anbrät, einfach deshalb, „weil die Butter so schnell verbrennt“, verrät sie. Beim Kräuteröl für die Kartoffeln zeigt die Landfrau Kreativität: „Da habe ich Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian und Bohnenkraut genommen.“

Die Zeller Landfrau Gerda Uebele, die seit annähernd 30 Jahren bei den Frauen vom Land dabei ist, hat ein selbst gemachtes Tomaten-Chutney im Glas mitgebracht. „Dazu verwende ich nur frische Tomaten“, erzählt sie. Bei den Aprikosen sieht das anders aus. Sie nimmt die Getrockneten, da „der Geschmack beim Kochen sonst nachlässt“, ist ihre Erfahrung. „Durch das Trocknen schmecken die Aprikosen intensiver“, fügt sie hinzu. Beim Essig im Chutney setzt sie auf Wein- oder Apfelessig. Und sie hat für die Zubereitung einen weiteren Tipp in petto: „Man darf nicht davonlaufen. Das brennt sehr gerne an - vor allem gegen Ende der Zubereitungszeit.“ Das fertige Tomaten-Chutney sollte kühl und dunkel aufbewahrt werden. Direkt aus dem Glas kann es sofort verzehrt werden, ohne dass man es noch einmal warmmachen muss.

Wie bei anderen Landfrauenvereinen mangelt es auch in Hattenhofen an Nachwuchs. „Der Altersdurchschnitt jener Frauen, die regelmäßig dabei sind, liegt bei 60 bis 75 Jahren“, erzählt Helga Jauß. „Es fehlt an Nachwuchs und an Bereitschaft, freiwillig etwas zu tun“, ergänzt Gerda Uebele.

Die Panierstraße: Mehl, Ei, Sesam.
Die Panierstraße: Mehl, Ei, Sesam. Foto: Cornelia Wahl

In Hattenhofen treffen sich die Landfrauen von Oktober bis Anfang Mai in 14-tägigem Turnus mittwochs meist im Gemeinschaftsraum der Schule. Aber sie sind auch oft unterwegs, besichtigen Firmen, wandern oder besuchen Senioren, um mit ihnen Ostersträuße zu machen. Beliebte Veranstaltungen sind zudem Gesundheits- und Reisevorträge vor Ort.

Großen Wert legen die Hattenhofener Landfrauen auf die Weitergabe von Erfahrungen, den Austausch und das Fördern kreativer Fähigkeiten in geselliger Runde. So trifft man sich zum Advents- und Faschingscafé oder zum Abschlussessen am Ende der Saison im Mai. Um den Kontakt über den Sommer zu halten, verabreden sie sich zum Eis essen. Zum Saisonbeginn im Oktober ist es gute alte Sitte, sich zum Zwiebelkuchenessen zu treffen, um das neue Programm für die kommende Saison vorzustellen, das im September geplant wird. Zum Jahresbeginn kommen die Frauen mit ihren Männern zum Neujahrsessen zusammen.

Zum 25. Jubiläum hat der Verein „s‘Backbüchle“ rausgebracht, in dem zahlreiche Backrezepte von den Landfrauen zusammengetragen sind. Allerdings gibt es das Heftchen seit 20 Jahren nicht mehr. Man überlegt nun, es erneut aufzulegen. Auch die Tradition des Jahresausflugs soll wieder aufleben.

Tomaten Rot Tomate
Tomate. Symbolbild

Rund um die Tomate

Die Tomate kommt ursprünglich aus Peru. Das Nachtschattengewächs liebt die Wärme. Es ist reich an Vitamin A, Vitamin C, B6, Niacin und Vitamin E. Viele Ballaststoffe stecken in den Kernen und in der Schale der Tomate.

Als Heilpflanze werden ihr gute Schutzeigenschaften nachgesagt. Sie gilt als Blutbildner und soll ihre Wirkung entfalten bei der Behandlung von Gicht, Nieren- und Kreislaufstörungen. Ihre rote Farbe erhält sich durch den Inhaltsstoff Lycopin. Je mehr er davon enthält, desto dunkler ist der Paradiesapfel, wie die Tomate im Volksmund auch genannt wird.

Tomatenzeit ist von Juni bis September. Je kleiner die Tomate geschnitten ist, desto besser kann der Körper das Lycopin aufnehmen und verarbeiten. Lycopin gilt als Antioxidans und soll eine bedeutende Rolle in der Vorbeugung von Krebserkrankungen spielen. Außerdem soll es positive Effekte unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Tomaten mit kleinen Faul- oder Schimmelstellen sollten weggeworfen werden. cw

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