Weilheim und Umgebung

Wenn Singen ganz und gar „Männersache“ ist

Konzert Musikalischer Leckerbissen in der Ohmdener Kirche zugunsten von deren Renovierung.

Ohmden. Pfarrer Christoph Schilling begrüßte die Gäste in der vollen Kirche und resümierte nach besinnlichen Worten: „Gott tut gut“. Der bunte Melodienreigen begann mit dem Instrumentalstück „Blues for Cosmas und Damian“, das Sinn spendend den offiziellen Namen der Dorfkirche als Titel transportierte. Hagen Kälberer an der Trompete und Paul Theis am Klavier setzten das vierteilige Werk gekonnt in Szene und ließen bekannte Melodien wie „Amazing grace“ mit einfließen.

Dass alles im rechten Licht erschien, lag in den bewährten Händen von Hans Herzinger aus Ohmden. Der langjährige Sänger und frühere Gaupräsident moderierte die musikalische Reise. Seinen Ausführungen zu den Ohmdener Kirchenpatronen Cosmas und Damian folgte eine Tour d‘Horizon zur Geschichte der Dorfkirche.

Erst 2010 wurde der Chor „Männersache“ unter dem Dach des Gesangvereins Liederlust ins Leben gerufen. Das seinerzeit anstehende 175-jährige Jubiläum des Chorgesangs in Ohmden war Anlass für die Gründung. Die Männer begannen mit den Spirituals „Good news“ und „Pater noster“ ihren Auftritt. Die geistlichen Weisen wurden von Giacomo Stachelbeer arrangiert und mit Inbrunst gesungen.

Bei„Tourelay“ handelte es sich um eine Volksweise aus Irland. Während drei Sänger sich vom Chor separierten, unter der Kanzel Platz nahmen und die Verse sangen, mussten die übrigen Männer für den schwierigen, zuweilen „hüpfenden“ Refrain sorgen – was formidabel gelang. Mit „Swing low“ kam ein Klassiker und abermals von Stachelbeer arrangierter Song zum Vortrag. Tenor Konstantin Havers gefiel hier als Solist, dem der Chor mit dominierenden Basstönen begegnete.

Ein hoffnungsvolles Jungtalent, der 13-jährige Trompeter Simon Schneider aus Fellbach, trat mit der „Sonate in B-Dur“ des Barock-Komponisten Pietro Baldassari auf den Plan. Beherzt trug der Solist das Stück in drei Sätzen vor und bescherte ein raumfüllendes Klangbild. Paul Theis an der Orgel zeigte sich als guter Begleiter, der dem Trompeter mit Ohmdener Wurzeln das Fundament gab.

Der „Adventsjodler“ war ein gelungener Start des Chors in den zweiten Konzertteil. Melodiös und harmonisch fließende Gesangs- und Jodlersilben charakterisierten das hymnische Chorstück. Weitere Leckerbissen bekamen die Gäste mit „Ave Maria“, „I am bound“ und „Schöne Nacht“ zu Gehör. Bei Letzterem handelt es sich um eine Komposition des früheren Bundeschormeisters Wilhelm Nagel, die wohl zum Stammrepertoire jedes Männerchors gehören dürfte und „Genuss pur“ für traditionell schlagende Sängerherzen darstellt.

Unter dem Dirigat von Paul Theis, der die „Männersache“ seit 2012 leitet, wurden die sängerischen Aufgaben bravourös gelöst. Reichlich Beifall war der verdiente Lohn für die 23 Sänger. Mit der ans Herz gehenden Dreingabe „In die Berg bin i gern“ verabschiedete sich der Chor. Pfarrer Schilling bedankte sich und hob Johann Steffl hervor, ohne dessen Arbeit das Konzert nicht möglich gewesen wäre.Rainer Stephan

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