Weilheim und Umgebung

Wie kam es eigentlich zum Name „Gerokstraße“?

Geschichte Karl Gerok ist ein Nachfahre des Neidlinger Vogtes Georg Friedrich Gerok.

Neidlingen. „Im neuen Jahr ein neues Hoffen, die Erde wird noch immer grün; auch dieser März bringt Lerchenlieder, auch dieser Mai bringt Rosen wieder, auch dieses Jahr lässt Freuden blüh‘n.“

Karl Gerok als Hoffnungsträger

Diese Zeilen zum Jahresbeginn schrieb Karl Gerok, der in der Zeit zwischen Romantik und Realismus lebte. Was sein Denken und Dichten auszeichnet, ist seine unerbittliche Wahrhaftigkeit, seine fast ironische Zuversicht und schlichte Hoffnung. Hier wird auch die verzweifelte Lösung zu einem Dokument echter Menschlichkeit.

Karl Gerok gehört als Nachfahre zum Stamm des Neidlinger Vogtes Georg Friedrich Gerok, 1705 in Großbottwar geboren, 1793 in Neidlingen verstorben und als 31-Jähriger 1736 in sein Amt eingesetzt. Eine Gedenkplatte an der Neidlinger Kirche erinnert heute noch an diesen „Freund Gottes“ und den „wahren Menschenfreund“. So schrieb einst der Neidlinger Lehrer Paul Stierle über diesen Vogt Gerok, der aber auch für strenge Handhabung der Ordnung in der Dorfgemeinde sorgte.

Einweihung der Neidlinger Kirche

Als am 12. Dezember 1965 die evangelische Kirchengemeine ihre neu renovierte Kirche eingeweiht hat, wurde dies mit der bürgerlichen Gemeinde festlich begangen.

In den Rathaussaal hatte der damalige Bürgermeister Ulrich Rieker eine illustre Gästeschar geladen. Im Gästebuch der Gemeinde hat sich eingetragen „Dr. Eduard Gerok, Uhingen, mit Frau Gertrud geboren Hieber, ein ­Urururenkel des herzoglichen Vogts Georg Friedrich Gerok zu Neidlingen, dessen Bemühen und persönlicher Fürsprache beim Herzog Carl Eugen Neidlingen vor allem den Bau seiner 1746 eingeweihten Kirche zu verdanken hat.“ 270 Jahre sind seit der Kircheneinweihung verflossen.

An Beschreibungen über den Ort Neidlingen mangelt es nicht, zumal bereits im Heimatbuch „Neidlingen– gestern und heute“, herausgegeben 1966 unter Bürgermeister Ulrich Rieker, interessante Heimatgeschichten nachzulesen sind. Kreisarchivar Dr. Christoph J. Drüppel ergänzte zum 1 200-jährigen Dorfjubiläum 1997 im Buch „Neidlingen –Geschichte der Herrschaft, Vogtei und Gemeinde unter dem Reußenstein“ die heimischen Verhältnisse.

Namensgeber haben Bedeutung

Frägt man aber doch vielleicht nach, wie es etwa zur „Gerok­straße“ kam, oder wer dieser Gerok war, stößt man sicherlich bei dem einen oder anderen auf Unwissenheit und keinerlei Interesse am heimatlichen Geschehen. Lässt sich ein gewisses Lebensgefühl mit all seinen Anliegen, Schwierigkeiten, aber auch Lebensfreude und Hoffnung erspüren? In Stuttgart weiß man um die „Geroksruhe“ und all die anderen Gerok-Sinnbilder, im 50  Kilometer entfernten Neidlingen wohl auch. Straßennamen in einer Stadt oder in einem Dorf haben ihre Besonderheiten und wer solche vergibt, trägt meistens eine große Verantwortung darüber.rr

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