Weilheim und Umgebung

Wünsche für Weilheims neue Mitte

Städtebau Wenn die Limburg-Schule ihre neue Sporthalle bekommt, soll gleich das ganze Quartier in der Stadtmitte umgestaltet werden. Nun durften die Bürger schon einmal sagen, was ihnen wichtig ist. Von Bianca Lütz-Holoch

Zwischen Bissinger Straße, Kelterstraße und Lindach soll ein ganz neues Quartier entstehen. Wie es genau aussehen wird, ist offe
Zwischen Bissinger Straße, Kelterstraße und Lindach soll ein ganz neues Quartier entstehen. Wie es genau aussehen wird, ist offen.Foto: Carsten Riedl

Dass die Weilheimer Limburg-Grundschule eine neue Turnhalle braucht, ist Konsens: „Die alte Halle ist zu klein und nicht mehr wirtschaftlich sanierbar“, stellt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle klar. Bei einem einzelnen neuen Gebäude möchte es die Stadt aber nicht bewenden lassen. Wenn die Turnhalle kommt, soll gleich das ganze Quartier neu gestaltet werden.

Nun sind bei einer Bürgerversammlung in der Limburghalle verschiedene Varianten für das neue Viertel in der Stadtmitte vorgestellt worden. Dabei waren vor allem auch die Bürger aufgefordert, ihre Meinung zu äußern - in Gesprächen mit Planern und Stadtverwaltung an Stellwänden oder schriftlich auf eigens dafür bereitgelegten Karten.

Sechs städtebauliche Varianten gibt es für das Quartier Brückengasse, das sich auf rund 1,4 Hektar zwischen Bissinger Straße, Lindach und Kelterstraße erstreckt. Sie unterscheiden sich in erster Linie durch die Lage und die Bauart der Schulturnhalle: Mal steht sie vorne an der Bissinger Straße, mal weiter südlich. Mal ist sie einstöckig und besitzt eine größere Grundfläche, mal hat sie zwei Ebenen und benötigt weniger Platz. Einer der Entwürfe sieht außerdem den Bau eines Lehrschwimmbeckens auf dem Areal vor.

Unterschiede gibt es auch bei der Gestaltung des Dreiecks zwischen Bissinger Straße, Schule und Lindach. Sollte die Turnhalle nicht auf der Fläche gebaut werden, könnten sich dort Läden oder großflächiger Einzelhandel, Dienstleister oder Mehrgenerationenwohnen ansiedeln.

Vier große Themenblöcke, die den Bürgern unter den Nägeln brennen, hat die Stadtverwaltung identifiziert. Nummer eins: der Schulhof. „Bei den meisten Varianten wird der Pausenhof kleiner“, bedauert Eileen Müller, Konrektorin der Limburg-Grundschule. „Dabei geht es dort jetzt schon eng zu - und die Schülerzahlen steigen.“ Die Forderung der Schule lautet deshalb: Der Schulhof soll künftig mindestens so groß bleiben wie jetzt. Ebenfalls gebraucht wird eine Außensportanlage mit 50-Meter-Bahn und Sprunggrube.

Ein weiteres Thema, das die Bürger umtreibt, sind die Parkplätze. „Dazu gab es die unterschiedlichsten Ideen“, weiß Johannes Züfle: „Vorgeschlagen wurde zum Beispiel ein Eltern-Kind-Parkplatz, an dem Schüler mit dem Auto abgeladen werden können, aber auch eine Tiefgarage.“

Immer wieder aufgetaucht ist die Frage, wo ein Lehrschwimmbecken stehen könnte. „Es soll geklärt werden, ob es auf dem Areal oder woanders geplant sinnvoll ist“, so Züfle. Beschäftigt hat die Bürger zudem die Frage, wie die Wohnhäuser entlang der Lindach, die im Süden des Quartiers vorgesehen sind, am geschicktesten erschlossen werden können.

Zur Sprache kam darüber hinaus das Thema Wohnraum für Ältere. „Es wäre schön, wenn in dem Quartier auch Seniorenwohnungen entstehen könnten“, äußert Rosemarie Bühler vom Sozialen Netz Raum Weilheim einen Wunsch und fügt hinzu: „Sie werden gebraucht.“

Mit all diesen Anregungen im Hinterkopf soll der Gemeinderat nun zunächst entscheiden, welches der beste Standort für die Schulturnhalle ist und welche städtebauliche Variante sich am ehesten eignet. Anschließend wird es einen Architektenwettbewerb geben. Bis das neue Quartier steht, werden aber noch einige Jahre vergehen. „Ein Baubeginn ist 2020 oder 2021 möglich“, geht Johannes Züfle auf den Zeitplan ein.

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