Weilheim und Umgebung

Zum ersten Mal mit neuem Dirigenten

Konzert Julien Meisenzahl präsentiert beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Bissingen seine eigene Komposition.

Bissingen. Es war das erste Konzert des Musikvereins Bissingen unter der Leitung des neuen Dirigenten Julien Meisenzahl. Seit Jahresbeginn hatten beide Orchester in der kurzen Zeit bis zum Frühjahrskonzert ein abwechslungsreiches Programm erstellt. Höhepunkt des Programms sollte die Uraufführung von „Lifetime Of A Sun“ aus der Feder des jungen Dirigenten sein. Mit dem Stück „Five Continents“ von Kees Vlak machte die Jugendkapelle den Einstieg. Ihre Weltreise führte von Europa über Asien, Afrika nach Australien und Amerika, und mit konzentriertem Einsatz gestalteten die Jungbläser mit typischen Melodien gekonnt ein musikalisches Bild der Kontinente. Ihren Part beschlossen sie mit einem so gefühlvoll interpretierten „One Moment in Time“, dass die Zuhörer die jungen Musiker nicht ohne Zugabe abgehen ließen.

Die Stammkapelle eröffnete ihren Teil des Abends mit „Elsas Zug zum Münster“ aus Richard Wagners bekannter Oper „Lohengrin“. Klangintensiv stellten die Musiker den Einzug Elsas in die Kirche auf dem Weg zum Traualtar dar. Mit Gustav Holsts „Second Suite in F“ setzte das Stammorchester das Programm fort. In der viersätzigen Komposition verarbeitete der Brite sieben traditionelle englische Lieder. In beiden Rahmensätzen sind mehrere und charakterlich sehr unterschiedliche Melodien. Die Herausforderung für die Musiker bestand darin, sie in den verschiedenen Registern erkennbar zu spielen.

Die Macht der Anziehungskraft

Die Uraufführung von „Lifetime Of A Sun“ aus der Feder von Julien Meisenzahl wurde mit Spannung erwartet. Das Werk beschreibt die Entstehung eines Sterns aus gigantischen Gaswolken, das Leuchten in seiner Lebenszeit und schließlich das Ende in Form einer Supernova. Imposante Blechbläserakkorde vermitteln eindrucksvoll die Macht der Anziehungskraft, tänzerisch leichte Holzbläserfiguren lassen das schillernde Schweben der einzelnen Partikelchen erahnen. Durch das gesamte Werk führt ein Klavier, das den Kreislauf vom Anfang zusammenhält.

Auch „Appalachian Spring“ von Aaron Copland war eine Herausforderung. Ursprünglich als Ballettmusik komponiert, spielten die Bläser des Musikvereins Bissingen eine Fassung, die Meisenzahl für sein Orchester arrangiert hatte. Ständige Takt- und Tempiwechsel mussten beachtet werden, ungewöhnliche Tonarten und ausdauerndes Pausenzählen verziehen keine Fehler. Der Abschluss des Abends war „The Legend of Zelda“ - ein Medley der Komponisten Shuki Levi und Haim Saban. Den langen Applaus bedachte die Stammkapelle mit einer Zugabe: „The Power of Love“. pm

Anzeige