Weilheim und Umgebung

Zweite Chance geben

Kommentar von Bianca Lütz-Holoch zum Thema Wirtschaftsförderer

Das Rathaus in Weilheim. Foto: Markus Brändli
Das Rathaus in Weilheim. Foto: Markus Brändli

Jetzt steht es also fest: Das Städtle muss weiterhin ohne Wirtschaftsförderer und ohne Tourismusmanager auskommen - zumindest fürs erste. Völlig überraschend kommt die Ablehnung aus dem Weilheimer Gemeinderat nicht. Schon im Januar bei der Haushaltsdebatte hatte es skeptische Stimmen mit Blick auf die drohenden zusätzlichen Personalkosten gegeben. Dass das Stadtparlament jetzt, angesichts der Corona-Krise, umso zurückhaltender handelt, erstaunt nicht.

Im Nachhinein darüber zu diskutieren, ob es besser gewesen wäre, antizyklisch zu agieren und erst recht zu investieren, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln, kann man sich sparen. Denn zum einen ist die Entscheidung bereits gefallen. Zum anderen ist deutlich geworden, dass keiner der Stadträte leichtfertig oder aus taktischen Gründen entschieden hat, sondern aus Überzeugung, in der aktuellen Situation das beste für die Stadt Weilheim zu tun.

Viel wichtiger ist, was noch herauszuhören war: Eine ganze Reihe der Gemeinderatsmitglieder, die zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Schaffung der Stellen gestimmt haben, stehen dem Unterfangen Wirtschafts- und Tourismusförderung grundsätzlich positiv gegenüber. Deshalb sollten Befürworter das Thema wieder aufs Tapet bringen, sobald sich Entspannung am wirtschaftlichen Horizont abzeichnet. Wirtschaftsförderer und Tourismusmanager haben eine zweite Chance verdient. Nicht zu vergessen ist nämlich, dass die Stadt bereits 50 000 Euro in die Studie „Wirtschaftsstandort 2.0“ und die Digitalisierungsstrategie gesteckt, Bürger und Unternehmen am Prozess beteiligt hat. Es wäre Vergeudung, neue und teuer bezahlte Ideen auf Nimmerwiedersehen in der Schublade zu versenken.

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