Zwischen Neckar und Alb

13 500 Besucher übertreffen Erwartungen

Sonderausstellung „Das Geheimnis der Keltenfürstin“ war ein voller Erfolg

Die Sonderausstellung „Das Geheimnis der Keltenfürstin“ in Hülben ist zu Ende. Die Gemeinden am Heidengraben wollen nun weiter an ihrem Informationszentrum planen.

Auf dem Hülbener Ausstellungsgelände war auch der Reutlinger Bundestagsabgeordnete Michael Donth zu Gast.Foto: pr
Auf dem Hülbener Ausstellungsgelände war auch der Reutlinger Bundestagsabgeordnete Michael Donth zu Gast.Foto: pr

Hülben. Mit der Ausstellung sollte eine Brücke zwischen zwei der wichtigsten keltischen Siedlungsplätze in Baden-Württemberg, der Heuneburg an der Oberen Donau und dem Oppidum Heidengraben am Rand der Schwäbischen Alb, geschlagen werden. Dies ist gelungen. Sowohl für das Landesamt für Denkmalpflege als auch für die Gemeinde Hülben war die Ausstellung ein großer Erfolg.

Mit einer überwältigenden Zahl von 13 500 Besuchern übertrifft die Ausstellung die Erwartungen bei Weitem. Niemand hätte vorab geglaubt, dass trotz des zum Teil sehr schlechten Wetters so viele begeisterte Besucher den Weg auf die Vordere Alb finden würden, um das „Geheimnis der Keltenfürstin“ zu lüften.

Insgesamt betrachtet, war die Resonanz auch für die Region am Heidengraben phänomenal. So wurden neben zahlreichen Post- und Wanderkarten auch knapp 700 archäologische Führer zum keltischen Oppidum Heidengraben verkauft. Das sind mehr als zehn Prozent der Gesamtauflage des Buches, das 2012 erstmals erschienen ist. Dies belegt das große Interesse der Besucher nicht nur an der Ausstellung der Keltenfürstin, sondern auch am historisch-kulturellen Erbe der Region am Heidengraben.

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung der Keltenfürstin haben darüber hinaus mehr als 350 begeisterte Zuhörer die drei Vorträge von Professor Dr. Dirk Krausse, Dr. Gerd Stegmaier und Nicole Ebinger-Rist verfolgt. Dabei stieß der Hülbener Gemeindesaal an die Grenzen seiner Kapazität. Auch die Vorführungen der Keltengruppe „Riusiava“, die vom Heidengraben selbst stammt, fanden großen Zuspruch.

Den Informationsstand zur Region am Heidengraben betreuten die ehrenamtlichen Mitarbeiter der beiden Fördervereine „FAKT“ und „Heidengraben“. Mit ihrem Engagement haben sie nicht nur den Besuchern den Heidengraben ein wesentliches Stück näher gebracht, sondern auch für zahlreiche Spenden gesorgt, die den archäologischen Untersuchungen und Forschungen am Heidengraben zugute kommen sollen.

Eigens für die Sonderausstellung der „Keltenfürstin“ wurde sogar ein Bier namens ‚Keltoi‘ gebraut. Dieses an den griechischen Namen der Kelten angelehnte Bier wurde auf dem Ausstellungsgelände ausgeschenkt und ist auch künftig im Handel erhältlich.

Bestärkt durch die große und außerordentlich positive Resonanz, wollen die Gemeinden Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler daher mit der Umsetzung des Projekts „Erlebnisfeld Heidengraben“ und ihren Planungen zu einem Besucher- und Informationszentrum am Burrenhof fortfahren.

Nun gehen die Originale der Ausstellung zurück nach Esslingen in die Werkstätten des Landesamts für Denkmalpflege, wo sie bis 2020 zur weiteren Bearbeitung und wissenschaftlichen Auswertung verbleiben sollen. Die Ausstellungscontainer bleiben jedoch in Hülben und sollen im kommenden Jahr neu bestückt werden. Dann mit Kopien der Funde, die aktuell von einem Kunsthandwerker aus den originalen Materialien (Gold, Bernstein) nachgearbeitet werden. Dieser Herstellungsprozess wird dokumentarisch begleitet und soll den Rahmen für eine Neukonzeption der Keltenfürstin-Ausstellung bilden. Im kommenden Jahr ist daher geplant, die neue Keltenfürstin-Ausstellung erstmals in Hülben zu eröffnen und zu präsentieren. Diese soll dann unter dem Motto „Experimentelle Archäologie“ stehen und den sogenannten „Kelten-Erlebnis-Sommer“ am Heidengraben einläuten. Parallel zur Ausstellung sollen Workshops und Veranstaltungen zum Thema ‚Keltisches Handwerk‘ stattfinden. Neben der Herstellung von Kunstobjekten werden dabei unter anderem keltisches Bierbrauen, Textilhandwerk und Eisenverhüttung eine Rolle spielen.

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