Zwischen Neckar und Alb

137 Fünftklässler finden ihren Platz

Schule Ab September gibt es fünf neue Eingangsklassen: Nach dem Ärger des vergangenen Jahres muss das beliebte Plochinger Gymnasium diesmal keine Schüler mehr ablehnen. Von Claudia Bitzer

An den Schulen in Plochingen fangen nun weniger Schüler an als im Jahr zuvor. Archiv-Foto: Roberto Bulgrin
An den Schulen in Plochingen fangen nun weniger Schüler an als im Jahr zuvor. Archiv-Foto: Roberto Bulgrin

Schulleiter Heiko Schweigert sieht die Sache mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge. Nachdem das beliebte Plochinger Gymnasium mit seinem G8/G9-Angebot im vergangenen Jahr bei 191 Anmeldungen rund 40 Kinder abweisen musste, haben sich für den kommenden Herbst nur noch 137 neue Fünftklässler dort angemeldet. Das Positive: „Wir konnten alle Kinder aufnehmen“, freut sich Schweigert. Es werden fünf Eingangsklassen gebildet. Mit 114 Kindern hat sich wieder die breite Mehrheit für den neunjährigen Weg zum Abitur entschieden.

„Für uns wird es organisatorisch so natürlich einfacher“, erklärt der Schulleiter mit Blick auf die jahrelangen Sanierungsarbeiten, die dem Plochinger Gymnasium ins Haus stehen. Allerdings bedeuten weniger Schüler auch weniger Lehrer und weniger Geld für seine Schule, die nach der rund 40 Millionen teuren und langwierigen Sanierung des Unteren Schulzentrums vom Raumprogramm her gesehen auf sechs Züge angelegt sein wird.

Vor einem Jahr fühlten sich viele Eltern, die eine Ablehnung erhalten hatten, vor den Kopf gestoßen. Das Plochinger Gymnasium, das in den vergangenen fünf Jahren bis zu 198 Anmeldungen und sieben Eingangsklassen hatte, musste aus strukturellen Gründen die Schülerzahlen auf fünf Eingangsklassen zurückfahren. Vor allem die Kinder aus Altbach, Reichenbach und Hochdorf mit Ausweichmöglichkeiten nach Esslingen oder Ebersbach waren von den Schülerlenkungsmaßnahmen betroffen.

Die Eltern sahen ihre Kinder als Bauernopfer, weil sich die Nachbarkommunen geweigert hatten, sich an dem Millionenprojekt Sanierung des Plochinger Gymnasiums zu beteiligen. Das hat die Stadt allerdings immer bestritten.

Offenbar haben sich in diesem Jahr deshalb viele Eltern schon im Vorfeld für ein anderes Gymnasium entschieden. Schweigert: „Wir konnten dieses Mal die Eltern auch schon bei den Informationsabenden an den Grundschulen darauf hinweisen, dass wir zum kommenden Schuljahr auch wieder nur fünf Klassen aufnehmen können.“ Zudem könne es schon sein, dass bei manchen Eltern der Gedanke, dass ihr Kind während seiner gesamten Gymnasialzeit von Baustellen umgeben sein wird, zu einer Umorientierung geführt habe.

Das führt auch der bei der Stadt zuständige Amtsleiter Uwe Bürk als Erklärung für den Schülerrückgang an. Im Verwaltungsausschuss, der sich mit den Anmeldezahlen an den Plochinger Schulen beschäftigt hat, ist man überzeugt davon, „dass die Schüler auch wieder kommen“, so Bettina Straub (CDU). Thomas Fischle (SPD) meinte, der Rückgang habe auch etwas mit einem geburtenschwächeren Jahrgang zu tun.

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