Zwischen Neckar und Alb

500 neue Wohnungen in fünf Jahren

Immobilien Die Esslinger Wohnbaugesellschaft setzt auf bezahlbare Objekte. Bauflächen sind knapp und teuer.

Esslingen. Die Esslinger Wohnungsbau GmbH (EWB) hat für die kommenden fünf Jahre ein ehrgeiziges Programm mit 300 neuen Mietwohnungen und 200 Eigentumswohnungen aufgelegt. Derzeit ist die Gesellschaft an verschiedenen Stellen in der Stadt aktiv und hat eingedenk des Mangels vornehmlich an preisgünstigen Wohnungen keinerlei Probleme, schnell Mieter oder Eigentümer zu finden.

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Ihr Jahresergebnis 2016 schließt die EWB bei einem Bilanzvolumen von mehr als 184 Millionen Euro mit einem Gewinn von rund 900 000 Euro nach Steuern ab. Dabei geht es der Gesellschaft, die je zur Hälfte der Stadt Esslingen und Esslinger Wirtschaftsunternehmen gehört, nach Angaben ihres Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Zieger keineswegs um Gewinnmaximierung. „Neue Wohnungen zu fairen Preisen anbieten“ - darin sehen Oberbürgermeister Zieger und EWB-Geschäftsführer Hagen Schröter die zentrale Aufgabe der Esslinger Wohnungsbau. Durchschnittlich 7,50 Euro netto beträgt derzeit das Mietpreisniveau pro Quadratmeter Wohnfläche in Esslingen. Die EWB bleibt bei ihren Objekten mit durchschnittlich 6,17 Euro um etwa 20 Prozent darunter. Als einen Grund dafür nennt Zieger die Praxis, wonach die Stadt Baugrundstücke zum Bodenrichtwert und damit deutlich unter dem Marktwert an die EWB abgibt.

Rund 3 100 Wohnungen hat das Unternehmen derzeit im Bestand, weitere kommen hinzu. In Brühl baut die EWB unter dem Slogan „Wohnen am Wasser“ auf einem ehemaligen Parkplatz 94 Mietwohnungen direkt am Neckar mit einem Preisniveau zwischen neun und elf Euro pro Quadratmeter. Das Anwohnerparkhaus mit 229 Plätzen, das die entfallenen Parkflächen ersetzt hat, ist bereits in Betrieb. „Wir könnten dort auch 300 Mietwohnungen sofort vermieten“, versichert Hagen Schröter und beschreibt damit die herrschende Situation auf dem Wohnungsmarkt. Weitere 16 Mietwohnungen hat die Gesellschaft in Esslingen-Hohenkreuz gebaut.

Auf der Flandernhöhe hat die EWB mit dem Projekt „Am Schönen Rain“ begonnen. In einem ersten Bauabschnitt entstehen eine Tiefgarage und fünf Wohnhäuser mit insgesamt 30 Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Der zweite Abschnitt umfasst weitere 122 Wohnungen auf der bisher unbebauten Fläche der ehemaligen Funkerkaserne, die übergangsweise als Bolzplatz genutzt wurde.

Diesem Projekt schreiben Zieger und Schröter eine Modellfunktion zu, denn es folge als erstes großes Vorhaben dem Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Esslingen. Es soll sicherstellen, dass Wohnungen für Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen entstehen. So hat sich die EWB verpflichtet, 42 Mietwohnungen mit Belegungsrechten der Stadt zu bauen. 50 Eigentumswohnungen entstehen in einem Preissegment, das auch für Familien mit mittleren Einkommen erschwinglich sein soll. Weitere 30 Eigentumswohnungen kann die EWB frei vermarkten.

In den „Grünen Höfen“ in der Pliensauvorstadt ist der zweite Bauabschnitt mittlerweile fertig. Dort ist mehrfach das „Esslinger Modell“ für bauträgergestützte Baugemeinschaften umgesetzt worden. Mehr als 150 neue Eigentumswohnungen wurden geschaffen, in denen die Käufer vertragsgemäß auch selbst wohnen müssen. Weiter geht es derzeit mit dem dritten Abschnitt. Auf dem verbleibenden Grundstück im Osten der „Grünen Höfe“ baut die EWB zunächst Eigentumswohnungen unter dem Namen „Campo Verde“ und wird, so Schröter, „fast überrannt von Interessenten“.Christian Dörmann