Zwischen Neckar und Alb

Aichwald hat vierten Kandidaten

Bürgermeisterwahl Der parteilose Michael Wild geht in der Schurwaldgemeinde ebenfalls ins Rennen.

Michael Wild
Michael Wild

Aichwald. Verheiratet, vier Kinder, 41 Jahre alt, keiner Partei zugehörig und von Beruf Entwicklungsingenieur bei Porsche: So liest sich die Kurzbiografie des vierten Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Aichwald. Michael Wild, der mit seiner Familie im Ortsteil Aichelberg wohnt, will am 17. März antreten, um in der Schurwaldgemeinde Rathauschef zu werden. Er habe zwar keine Verwaltungserfahrung, auch die Kommunalpolitik sei für ihn Neuland, sagt Wild. „Aber ich traue mir das zu, denn ich bin ein Mensch, der schnell lernt und der es gewohnt ist, im Team um die besten Lösungen zu ringen.“

Bei Porsche in Weissach arbeitet er in der Fahrzeugerprobung und hat als Teamleiter Personalverantwortung für acht Kollegen. Den gebürtigen Bad Kreuznacher (Rheinland-Pfalz) hat es durch seine Frau nach Baden-Württemberg verschlagen. 2011 zog die Familie in die USA, weil Wild ein interessantes Jobangebot bei BMW in Kalifornien bekam. Vier Jahre später ging es wieder zurück nach Deutschland, geradewegs nach Aichwald. „Wir haben uns in die Gemeinde verliebt und gehen von hier definitiv nicht mehr weg“, sagt er.

Mit dem bisherigen Bürgermeister Nicolas Fink sei er sehr zufrieden gewesen, betont Wild. Dennoch sieht er in der Gemeinde einigen Verbesserungsbedarf. In den örtlichen Kindertagesstätten müsse man dringend die Betreuungszeiten erweitern, um berufstätigen Eltern das Leben zu erleichtern. Er werde sich für eine kostenlose Kinderbetreuung einsetzen, sagt der 41-Jährige. Rasch saniert werden müsse die Schule in Aichelberg. Weil das obere Stockwerk nicht mehr den Brandschutzbestimmungen entspricht, könne es nicht genutzt werden. Für problematisch hält er, dass in der Schule wegen Lehrermangels „ständig Stunden ausfallen“. Einsetzen will er sich für ein deutlich günstigeres, wenn nicht sogar kostenloses Ferienprogramm. Das sollten sich auch einkommensschwache Eltern leisten können.

Wild will ferner für bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde kämpfen. „Das geplante Gebiet Fuchsbühl muss mit hoher Priorität vorangetrieben werden.“ Und man brauche ein weiteres Neubaugebiet vor allem für junge Familien. Defizite sieht der Ingenieur beim Netzausbau.

Erfreulich findet er den Bürgerbus, erstrebenswert sei noch ein Einkaufsdienst für ältere Menschen. Im Falle seiner Wahl plant Michael Wild regelmäßige Sprechstunden und eine feste Bürgerbeteiligung. Harald Flößer

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