Zwischen Neckar und Alb

Akkordeonklänge unter gotischen Bögen

Kirchheim. Bei der Suche nach einer Lokalität mit herausragender Akustik für sein traditionelles Kirchenkonzert war der Zither- und Akkordeonverein Kirchheim in Weilheim fündig geworden. Die katholische Franziskuskirche ließ den Auftritt des Akkordeonorchesters und der Jugend-Band unter der Leitung von Claudia Petrow sowie der Gastgruppe Liberty zu einem unvergesslichen Klangerlebnis werden. Nicht nur die gut 200 Gäste zeigten sich begeistert, auch die Musiker konnten ihr Spiel auskosten, das so ganz anders klang als im Probelokal.

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Nach dem stimmgewaltigen Auftakt mit „Palladio“ durch das Akkordeonorchester trug die Jugend-Band den lateinamerikanischen Paso-Doble „Carmencita“ vor. Den 60er-Jahre-Hit „California Dreaming“ gibt es in vielen Coverversionen, wodurch er zum Millionenseller wurde, doch die von der Jugend präsentierte Version war von Stephanie Reusch aus den eigenen Vereinsreihen arrangiert worden.

Das durch die Gastgruppe „Liberty“ vorgetragene „Perfect“ von Ed Sheeran kam den meisten Zuhörern wohl bekannt vor, doch Ulrike Rehm, Elisa Freier und Andrea Reith hatten mit dreistimmigem Gesang und Klavier- und Gitarrenbegleitung etwas völlig Neuartiges daraus geschaffen. Mit „My love, my life“ von ABBA, „Wishing you were somehow here again“ vom Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber und „Butterfly“ von Miley Cyrus setzten sie diesen Stil fort.

Nun war das Akkordeonorchester wieder an der Reihe und brachte mit „Serenissima“ vom Original-Komponisten Wolfgang Ruß-Plötz eine siebenteilige Neuerscheinung zu Gehör. Nach dem „Tango pour Claude“ vom Jazz-Komponisten Richard Galliano setzte die Gruppe Liberty das abwechslungsreiche Programm fort. Bei „God helps the Outcast“ aus dem Musical „Glöckner von Notre Dame“ und „You‘ve got a Friend“ von Carole King kamen die klaren Stimmen der drei Frauen unter den gotischen Bögen der Franziskuskirche ergreifend zur Geltung.

Zum Abschluss des Konzerts hatte sich eine musikalische Symbiose aus beiden Gruppen gebildet. Da die Keyboardspielerin des Akkordeonorchesters am Auftritt verhindert war, sprang Ulrike Rehm von Liberty ein und übernahm die Klavierstimme. Ohne sie hätte den letzten beiden Beiträgen „Bohemian Rhapsody“ von Poplegende Freddy Mercury und „Udo Jürgens Hitmix“ das wesentlichste Merkmal gefehlt. Das begeisterte Publikum dankte den Musikern mit viel Applaus und wurde dafür mit der Zugabe „Salmambo“ belohnt. Steffi Reusch