Zwischen Neckar und Alb

Alles ist immer ein Teil von allem

Ausstellung Die vier Stipendiaten des Landkreises Esslingen stellen noch am Wochenende im Kulturpark Dettinger aus.

Plochingen. Auf den ersten Blick wirkt die Schau in der Plochinger Alten Steingießerei recht übersichtlich. Jeweils ein Werk zeigen Elsa Farbos, Valentin Leuschel, Shinroku Shimokawa und Ines Skirde. Aber jedes Werk für sich ist ein kleiner Kosmos und wirkt auch ohne großen Kontext. Die Welt ist nicht mehr als Ganzes wahrnehmbar, kleine Teile fügen sich in schwindelerregender Geschwindigkeit zueinander, eine Biografie entwickelt sich nicht mehr gradlinig, sondern im Zickzack, Beziehungen gedeihen und zerbröseln. Unverrückbar steht am Ende der Tod.

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Einer der Stipendiaten des Landkreises Esslingen, Valentin Leuschel, beschäftigt sich mit den großen Fragen des Lebens: Was ist wirklich wichtig, was bleibt? Nackt und bloß liegt der Akteur in der Videoinstallation im Bett, seine Nabelschnur zur Welt ist sein Laptop. Bilder poppen auf, Textdokumente schreiben sich fort, Filme erzählen von der Kindheit, von Verlorenheit inmitten vieler Menschen. Ines Skirdes großformatige Arbeit „Medeas Net“ erinnert an einen historischen Wandteppich, doch er hängt frei, ist aufgespannt an Ketten und Schnüren. Ein dicht gewobener Cluster aus Bildern erzählt simultan Geschichten, eingebettet in ein unbekanntes Umfeld. Elsa Fabros arbeitet vorwiegend mit Material, das sich gießen lässt - Glas, Beton, Porzellan oder Gips. Sie findet Schönheit in der Technologie, ihre vielteilige Installation „Alabaster (Panzer, Flugzeuge, Lkw usw.)“ ist eine Reminiszenz an die großen weißen Türme des Kraftwerkes. Exakt 200 auf einer Seite polierte Pflastersteine hat der 1979 in Tokio geborene Shinroku Shimokawa zu einer „provisorischen Skulptur“ zusammengefügt. Sie stehen alle auf der Spitze, lässig fixiert mit frisch gekneteten Tonkugeln. Die Tonkugeln trocknen, die Steine verlieren ihren Halt und brechen aus der Struktur. Der Zufall ist ein Teil der Arbeit. Elke Eberle

Info Die Ausstellung ist noch am Samstag und Sonntag, 8. und 9. April, jeweils von 15 bis 18 Uhr zu sehen.