Zwischen Neckar und Alb

„Altbach ist nicht Ohmden“

Gemeindeoberhaupt 21 Stimmen Vorsprung reichten Martin Funk zum Sieg. Im zweiten Durchgang wurde der 34-Jährige zum Bürgermeister in Altbach gewählt. Von Harald Flößer

Die Erleichterung ist ihm ins Gesicht geschrieben. „Ich bin froh, dass der Wahlkampf nun endlich vorbei ist“, sagt Martin Funk.
Die Erleichterung ist ihm ins Gesicht geschrieben. „Ich bin froh, dass der Wahlkampf nun endlich vorbei ist“, sagt Martin Funk. Foto: Roberto Bulgrin

Fast das gleiche Resultat wie vor drei Wochen hat gestern in Altbach der zweite Durchgang der Bürgermeisterwahl gebracht. Martin Funk lag mit nur 21 Stimmen Vorsprung vor Martina Fehrlen. Am 12. November waren es fünf Stimmen. Weil diesmal die relative Mehrheit reichte, wurde der 34-jährige SPD-Kandidat damit zum Nachfolger von Wolfgang Benignus gewählt. Er werde nun einiges zu tun haben, auch die für sich zu gewinnen, die ihm nicht das Vertrauen geschenkt haben, sagte der sichtlich erleichterte neue Bürgermeister vor rund 100 Gästen im Foyer des alten Rathauses. Ihm sei klar gewesen, dass es auch diesmal sehr knapp wird. „Ich bin froh, dass der Wahlkampf nun endlich vorbei ist und im Augenblick einfach nur glücklich.“ Wie viele andere zeigte sich Funk, der seit sieben Jahren Rathauschef in Ohmden ist, enttäuscht über die abermals niedrige Wahlbeteiligung. Vor drei Wochen gaben knapp 50 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Diesmal waren es mit 51,08 Prozent unwesentlich mehr.

Amtsinhaber Wolfgang Benignus, der aus Altersgründen nach zwei Amtsperioden nicht mehr antrat, machte es spannend, als er um 18.30 Uhr um Aufmerksamkeit bat und Martin Funk zu seinem Sieg gratulierte. „Ich hätte mir eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht“, sagte Benignus.

Martina Fehrlen hatte sich gute Chancen ausgerechnet, im zweiten Durchgang an Funk vorbeizuziehen. „Natürlich wäre ich gerne Bürgermeisterin geworden“, sagte die 39-Jährige. „Aber das ist Demokratie.“ Fehrlen fand es „schade, dass fast 50 Prozent der Altbacher ihre Chance zur Mitbestimmung nicht genutzt haben“.

„Er ist eine ehrliche Haut“

Er habe darauf gehofft, mehr Wähler als beim ersten Durchgang mobilisieren zu können, meinte An­dré Trippe zu seinem Ergebnis von 24,64 Prozent. Deswegen habe er schon nach der Bekanntgabe der niedrigen Wahlbeteiligung gewusst, dass es für ihn nicht reichen wird. Martin Funk gönne er den Sieg, sagte der 27-jährige Veranstaltungsmanager aus Denkendorf. „Er ist eine ehrliche Haut.“

„Natürlich freue ich mich über den Wahlsieg von Martin Funk“, sagte Hans-Dieter Reeker, SPD-Fraktionsvorsitzender des Altbacher Gemeinderates. Er habe Funk und Fehrlen gleichauf gesehen. Dass es für seinen Parteigenossen zum Sieg gereicht hat, führte Reeker auf dessen Erfahrung als Bürgermeister von Ohmden zurück.

Man müsse das Ergebnis respektieren, meinte UWV-Fraktionschef Mathias Lipp. „Die Bürger haben so entschieden. Und der neue Bürgermeister muss sich in seinem Amt finden. „Aber Altbach ist nicht Ohmden“, sagte Lipp. „Wir haben in den nächsten Jahren in der Gemeinde einiges zu erledigen. Das wird dem neuen Bürgermeister viel abverlangen.“ Zu hoffen sei, dass durch den Wahlkampf im Ort keine Gräben entstanden seien.“

„Gewählt ist gewählt“, reagierte CDU-Fraktionssprecher Helmut Maschler. „Wir werden versuchen, mit Herrn Funk gedeihlich zusammenzuarbeiten.“ Erschüttert zeigte sich Maschler über „die miese Wahlbeteiligung“. 51 Prozent sei schon „beinahe eine Schande“.

Das Wahlergebnis

Stimmberechtigte: 4 409

Abgegebene Stimmen: 2 252

Wahlbeteiligung: 51,08 Prozent

Martin Funk: 856 Stimmen (38,08 Prozent)

Martina Fehrlen: 835 Stimmen (37,14 Prozent)

André Trippe: 554 Stimmen (24,64 Prozent)

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