Zwischen Neckar und Alb

Auf dem Säer kann gebaut werden

Kreistag fasst Grundsatzbeschluss zur Erneuerung der kaufmännischen Schule in Nürtingen

Der Esslinger Kreistag hat mit großer Mehrheit eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau der Albert-Schäffle-Schule auf dem Nürtinger Säer in Auftrag gegeben. Dagegen stimmten nur die Filder-Kreisräte, die mit ihrer Forderung nach einem Standortwechsel nicht zum ­ersten Mal ins Leere liefen.

Esslingen. Seit 30 Jahren kämpfen die Kreisräte in den Kommunen auf den Fildern für einen Schulstandort im Dreieck zwischen Nürtingen, Esslingen und der Landeshauptstadt. Bisher erfolglos, und dabei wird es bleiben. Mit seinem Ja zu einem Neubau für die marode Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen, legte die große Mehrheit im Kreistag ein klares Bekenntnis zum Erhalt der bisherigen Standorte, der sogenannten „Mikro-Lösung,“ ab. Damit ist klar: Nürtingen wird mit seinen vier Berufsschulen auch in Zukunft ein Standort mit Gewicht im Kreis Esslingen bleiben.

Eine Filderschule ist damit auf lange Sicht vom Tisch, obwohl sich im Speckgürtel der Landeshauptstadt die Wirtschaft besonders dynamisch entwickelt. Was den Leinfeldener FDP-Kreisrat Wolfgang Haug zu der Vermutung trieb, die Schulstandorte im Kreis seien „Gott gegeben.“ Damit lag Haug am Ende falsch, denn was den Ausschlag gab, waren nackte Zahlen zum erwartbaren Schüleraufkommen und zu Schülerströmen, die klar zum Ausdruck brachten, was die wirtschaftlichste aller Lösungen ist: dass alles so bleibt wie es ist. Für Nürtingen heißt das: die Zeit drängt. Das marode Schulgebäude auf dem Säer kann aus Brandschutzgründen längstens bis Mitte 2019 in Betrieb bleiben. Deshalb soll bereits im Herbst 2017 Baubeginn sein. Gerechnet wird mit einer zweijährigen Bauzeit.

Auf den Standort in Nürtingen zu verzichten, kam aus Sicht der Kreisverwaltung nicht infrage. Die 1 250 Schüler auf andere Schulen im Kreis zu verteilen, hätte auch dort größere Umbaumaßnahmen zur Folge gehabt. Für einen Neubau auf dem Säer sprach zudem die Nachbarschaft mit der gewerblichen Fritz-Ruoff-Schule. Beide Einrichtungen nutzen Fachräume und Sporthalle gemeinsam.

Die Ergebnisse der Untersuchung seien so eindeutig, betonte Landrat Heinz Eininger, dass kein anderer Weg sinnvoll erscheine. 2025, zum Ende des Erhebungszeitraums, werden die Schülerzahlen an der Albert-Schäffle-Schule mit dann immer noch über 1 000 nur leicht rückläufig sein. Dazu trägt auch die wachsende Zahl von Flüchtlingen bei. Bis Ende des Jahres wird es an den Kreis-Berufsschulen zwölf statt bisher vier Vorbereitungsklassen geben. Eine Herausforderung, aber auch eine Chance, angesichts des Fachkräftemangels in den Unternehmen. Auch was die Gesamtschülerzahl betrifft, trotzt der Kreis dem landesweiten Trend. Für Eininger ein Indiz für den „ausdifferenzierten“ starken Wirtschaftsraum, der ein ebensolches Schulangebot verlange. Mit neuen Ausbildungsgängen und neuen Kompetenzzentren wie in Kirchheim, Nürtingen oder Esslingen-Zell.

Mit der Freigabe einer ersten Planungsrate in Höhe von 80 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie hat der Kreistag dem Schulneubau in Nürtingen nun den Weg geebnet. Der Einstig in eine konkrete Planung soll Mitte kommenden Jahres erfolgen. Dann wird man auch erstmals konkret wissen, über welche Kosten man redet.

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