Zwischen Neckar und Alb

Auf der Neubaustrecke geht’s früher los

Bahn Die Strecke Wendlingen – Ulm geht drei Jahre vor der Fertigstellung von Stuttgart 21 in Betrieb. Für die Fahrgäste soll sich damit schon vieles verbessern.​

Die Neubaustrecke Wendlingen - Ulm - hier die Filstalbrücke am Boßlertunnel - geht drei Jahre vor Fertigstellung des Projektes Stuttgart21 in Betrieb. Foto: Carsten Riedl

Region. Im Dezember 2022 wird laut Verkehrsministerium mit der vorzeitigen Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm ein wichtiger Meilenstein für den Schienenverkehr in Baden-Württemberg erreicht. Drei Jahre vor der Fertigstellung des Projekts Stuttgart 21 könnten so auf der Schnellfahrstrecke zahlreiche Angebotsverbesserungen für die Fahrgäste umgesetzt werden. Im Fernverkehr verkürze sich die Fahrzeit um bis zu 15 Minuten, im Regionalverkehr werde zum ersten Mal ein Zug im neuen Regionalbahnhof in Merklingen halten.

Im Regionalverkehr werde die Strecke Wendlingen – Merklingen – Ulm ab Dezember 2022 in einem sogenannten Vorlaufbetrieb bedient. Der Vertrag laufe dabei bis Dezember 2027, ab Dezember 2025 bestehe ein jährliches Kündigungsrecht seitens des Landes. Nach der erfolgten Auswertung der eingegangenen Angebote beabsichtige das Ministerium für Verkehr, der DB Regio AG Region Baden-Württemberg den Zuschlag zu erteilen. 

Verkehrsminister Winfried Hermann: „Mit der Vergabe des Vorlaufbetriebs für die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm können wir umfangreiche Angebotsverbesserungen und Fahrzeitverkürzungen erreichen und erstmalig auch den neuen Regionalhalt Merklingen anbinden. Ich freue mich auf den Start zum neuen Angebot.“ Bei den Zügen handele es sich um ein komplett neues und zusätzliches Angebot. Die Interregioexpress-Züge sollen im Stundentakt von Wendlingen nach Ulm verkehren und immer am Regionalbahnhof in Merklingen halten.

Sieben Minuten schneller in Ulm

Aufgrund der hohen Streckenbelastung zwischen Wendlingen, Plochingen und Stuttgart sei es nicht möglich, die Züge nach Stuttgart durchzubinden. In Wendlingen seien allerdings gute Anschlüsse an die Neckar-Alb-Bahn nach Stuttgart sichergestellt. Die Reisezeit auf dem Korridor Ulm – Stuttgart verkürze sich um rund 4 bis 7 Minuten. Besonders Reisende von Ulm über Wendlingen nach Tübingen würden profitieren, denn hier betrage die Ersparnis 30 bis 40 Minuten.

Die DB Regio werde im Übergangszeitraum des Vorlaufbetriebs ab Dezember 2022 lokbespannte Züge und Reisezugwagen auf Fernverkehrsniveau einsetzen. Die Fahrzeuge würden die hohen Anforderungen für den Betrieb auf der Schnellfahrstrecke einhalten. Mit der Inbetriebnahme des Projektes Stuttgart 21 sollen die schnellen Expressverkehre auf der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm dann stündlich von Stuttgart bis an den Bodensee durchgebunden werden, ab 2025 nach und nach mit neuen Doppelstocktriebzügen des Landes. pm

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