Zwischen Neckar und Alb

Auf Entdeckungstour durch die Höhlen

Vortrag Interessierte lernen mehr über ­Höhlen beim Infoabend in Grabenstetten.

Grabenstetten. Neuland im Norden der Hessenhauhöhle und ein Film über die Seligengrundhöhle werden beim Gäste- und Informationsabend der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten am Samstag, 12. November, in der Falkensteinhalle in Grabenstetten gezeigt.

Seit Jahren lädt die höhlenkundliche Forschungsgruppe Mitte November zu dieser Informationsveranstaltung nach Grabenstetten ein. Zumeist fällt dieser Termin auf den Beginn der besonderen Schutzzeit für Fledermäuse. Die Tiere dämmern jetzt in den Winterschlaf und dürfen nicht gestört werden. Die Schauhöhlen stellen ihren Betrieb über die kalte Jahreszeit ein. Fledermäuse, so informiert vorab Christoph Gruner aus Grabenstetten, der stellvertretende Vorsitzende der 150 Mitglieder zählenden Arge, gehören zu den besonders bedrohten und damit überaus schützenswerten Tiergattungen.

„Die meisten Fledermäuse überwintern in Höhlen. Dabei reduzieren sie ihre Herzfrequenz immens. Bei jeglicher Störung wachen die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf auf und können in der kalten Jahreszeit keine Nahrung mehr finden“, sagt Gruner. Deshalb sollten Höhlen in den Wintermonaten möglichst nicht aufgesucht werden. Auch die Höhlenforscher, so Gruner weiter, würden sich in ihrer Forschungstätigkeit in den Wintermonaten beschränken.

In diesem Jahr stehen aber nicht die Fledermäuse im Mittelpunkt, sondern Forschungsergebnisse aus den Höhlen der Schwäbischen Alb, der Muschelkalkgebiete in Hohenlohe und aus Höhlen in Rumänien. So wird Udo Wieczorek einen Film aus der Seligengrundhöhle zeigen. Die Arbeitsgemeinschaft Blaukarst, ein Zusammenschluss von Höhlenforschern hat im November 2008 mit der Grabung in einer Felsspalte im „Seligengrund“ begonnen. Das Objekt wurde im Sommer 2008 bei einer Geländebegehung durch ein Mitglied der Arge Blaukarst entdeckt.

Die Höhle gehört zum Blauhöhlensystem und wird intensiv erforscht, ebenso wie die Hessenhauhöhle. Dazu erklärt Thilo Müller, der Geschäftsführer der Arge Grabenstetten: „Die Laichinger Diretissima ist ein großer, nach Norden ziehender Gangteil in Hessenhauhöhle, der keinen größeren Bach enthält. Neben großen Tunnelgängen sind auch canyonartige Gangteile vorhanden, die zu Klettereien zwingen. Der hinterste Bereich ist mit Kristallen geschmückt, nach dem Urteil der Entdecker die bislang schönsten Gangpassagen der Hessenhauhöhle. “ Nach Auskunft von Müller sind nach derzeitigem Stand die größeren Gänge alle erforscht, allerdings gebe es noch das eine oder andere kleinere Fragezeichen, Müller: „Es bleibt also spannend.“

Im zweiten Teil des Abends geht es um Formen und Farben im Fuchslabyrinth bei Schmalfelden in Hohenlohe. Das Karstobjekt gehört mit mehr als zwölf Kilometern Gesamtlänge zu den fünf längsten Höhlen in Deutschland. Es wurde 1974 von der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart in einem Steinbruch entdeckt. Zum Abschluss wird den Gästen schließlich noch eine Multimediareise in die Mehindinti Berge im Süden der Karpaten geboten.

Einlass zum Gästeabend ist am Samstag, 12. November, ab 18 Uhr, die Vorträge beginnen um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, für Speisen und Getränke ist gesorgt. Außerdem gibt es an der Buchtheke höhlenkundliche und regionalgeologische Schriften. Auch der Höhlenkalender „Unterwelten 2017“ und das Jahresheft der Arge Grabenstetten liegen dort aus. Michael Rahnefeld

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