Zwischen Neckar und Alb

Aus für Esslinger Facebook-Party

Mehr als 4 000 Interessenten hatten sich bereits zur großen Sause an einem geheimen Ort angesagt

Am 30. Mai sollte es in Esslingen abgehen: Unter dem Titel „Project Esslingen“ wurde auf Facebook zur „größten Hausparty der Region“ eingeladen, die an einem geheimen Ort stattfinden sollte. Mehr als 4 000 Personen hatten im Netz bereits Interesse bekundet, da­ran teilzunehmen, doch nun hat der Veranstalter einen Rückzieher gemacht.

Bis Dienstag wurde auf Facebook für die „größte Hausparty der Region“ in Esslingen geworben, dabei gab es wohl nie konkrete Plän
Bis Dienstag wurde auf Facebook für die „größte Hausparty der Region“ in Esslingen geworben, dabei gab es wohl nie konkrete Pläne für eine solche Großveranstaltung.Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen. „Wir lassen die Sau raus und Du feierst die wildeste Hausparty Deines Lebens!“, hieß es in der Einladung, die noch bis Dienstag über Facebook verbreitet wurde. Bei der Party am 30. Mai sollte es unter anderem Hüpfburgen, eine Bierdusche, eine Pool-Area und eine Klopapier-Kanone geben. Wo die große Sause stattfindet, wollten die Veranstalter erst kurzfristig bekannt geben.

Wer hinter diesem Aufruf steckt, war aus der Ankündigung nicht zu erkennen, was bei Polizei und Ordnungsamt die Alarmglocken schrillen ließ. Denn schon in mehreren Städten gab es Fälle, in denen anonyme Veranstalter über Facebook zu Partys auf öffentlichen Plätzen einluden, die dann völlig aus dem Ruder liefen. Der Trend geht auf den amerikanischen Kino-Film „Project X“ zurück, in dem drei Jugendliche heimlich eine Geburtstagsparty im Haus der Eltern veranstalten, zu der dann 2 000 Gäste erscheinen.

In Esslingen ist so etwas aber wohl nicht zu befürchten: Am Dienstag wurde die Party via Facebook abgesagt. Stattdessen wird dort nun auf eine Party verwiesen, die bereits heute in der Messehalle Sindelfingen stattfindet. „Wir sind erleichtert“, sagt Gerhard Gorzellik, Leiter des Ordnungsamtes.

Inzwischen ist es gelungen, Kontakt zum Initiator der abgesagten Party aufzunehmen. Seinen Namen will er zwar nicht in der Zeitung lesen, versichert aber, trotz des Titels „Project Esslingen“ sei es nie seine Absicht gewesen, eine illegale Massenparty auf öffentlichen Plätzen zu veranstalten. „Project X ist nur die Vorlage für unser Konzept“, sagt der junge Mann, der nach eigenen Angaben seit vier Jahren in der Event-Branche tätig ist. Er habe vielmehr eine kommerzielle Party geplant, als Veranstaltungsort sei das Esslinger Eisstadion im Gespräch gewesen. Konkret sind diese Pläne aber wohl nie geworden: Aufgrund zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen in der Region habe man entschieden, die Party abzusagen. 4 000 Interessenten im Netz seien zu wenig, um so eine Großveranstaltung auf die Beine zu stellen: „Damit 2 000 Leute kommen, braucht man etwa 8 000 Zusagen“, erklärt der Initiator.

Dass die Party nicht stattfinden wird, sei schon seit Wochen klar gewesen, offiziell abgesagt wurde sie aber erst am Dienstag. „Hallo liebe Esslinger, wir haben alles versucht, um eine Location und eine Genehmigung zu bekommen, leider ohne Erfolg“, schreibt der Veranstalter auf Facebook. Eine Begründung, die aber wohl nicht ganz der Wahrheit entspricht. Denn Gerhard Gorzellik vom Ordnungsamt versichert: „Bei uns ist nie eine Genehmigung beantragt worden.“

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