Zwischen Neckar und Alb

Baggerbiss mit Oberbürgermeisterin

Das Gruppenklärwerk in Wendlingen bekommt eine vierte Reinigungsstufe

Angelika Matt-Heidecker ­versenkte in ihrer Funktion als Verbandsvorsitzende des Gruppenklärwerks souverän die Baggerschaufel im regennassen Gras auf dem Gelände an der Wendlinger Vorstadtstraße. Mit der ersten Schaufel Aushub hat sie den Bau der vierten ­Reinigungsstufe im Gruppenklärwerk gestartet.

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Bagger, vor dem sich Bürgermeister, Bauunternehmer, Planer und Mitarbe
Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Bagger, vor dem sich Bürgermeister, Bauunternehmer, Planer und Mitarbeiter des Gruppenklärwerks formiert haben. Foto: Sylvia Gierlichs

Wendlingen. Insgesamt 8,4 Millionen Euro kostet das neue Bauwerk, das nach Fertigstellung sogenannte ­Mikroschadstoffe, also Arzneimittel, Körperpflegeprodukte oder Pflanzenschutzmittel aus dem Abwasser im Gruppenklärwerk herausfiltert.

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„Diese Reinigungsstufe zu bauen ist eine freiwillige Aufgabe, die der Zweckverband mit den angeschlossenen Kommunen übernimmt“, betonte Angelika Matt-Heidecker. Das Gruppenklärwerk in Wendlingen zählt hier zu den Pionieren, denn im Regierungsbezirk Stuttgart gibt es lediglich in Sindelfingen ein Klärwerk, das diese vierte Reinigungsstufe bereits in Betrieb genommen hat.

„In Öhringen war vor Kurzem der Baggerbiss und Wendlingen ist nun die dritte Kommune, die diesen Schritt geht“, sagt Karola Krauter vom Regierungspräsidium Stuttgart. Die Stuttgarter Behörde gibt einen monetären Zuschuss von 20 Prozent.

Die Mitgliedsgemeinden – neben Kirchheim und Wendlingen auch Weilheim, Dettingen, Holzmaden, Ohmden, Köngen, Oberboihingen und Unterensingen – haben dem Vorhaben mit großer Mehrheit zugestimmt.

Die Gebührenzahler werden wohl mit jährlich etwa acht Euro pro Person an den auf 400 000 Euro jährlich bezifferten Kosten für den Betrieb der vierten Reinigungsstufe beteiligt werden. Daher musste das Gruppenklärwerk die Zustimmung der Verbandsmitglieder einholen.

Künftig wird das durch die drei vorhergehenden Reinigungsstufen gelaufene Wasser dann in ein Reaktionsbecken kommen, wo man ihm Aktivkohle zusetzen wird. Das dann wirklich gereinigte Wasser fließt danach in den Neckar. Das Bauwerk soll im Jahr 2017 fertiggestellt sein.