Zwischen Neckar und Alb

Bald rollen wieder Pendlerzüge

Verkehr Die Schwäbische Alb-Bahn erhält den Zuschlag für eine weitere Verbindung. Ab Dezember fährt ein Zug auch auf der Strecke zwischen Münsingen und Gammertingen. Von Joachim Lenk

Zukünftig das ganze Jahr über unterwegs: Am 15. Dezember wird der Fahrplan zwischen Münsingen und Ulm erweitert.Foto: Joachim Le
Zukünftig das ganze Jahr über unterwegs: Am 15. Dezember wird der Fahrplan zwischen Münsingen und Ulm erweitert. Foto: Joachim Lenk

Gute Nachricht für alle, die gerne mit dem Zug unterwegs sind: Die Schwäbische Alb-Bahn (SAB) mit Sitz in Münsingen hat den Zuschlag erhalten, von Dezember an die Bahnstrecke von Münsingen (Landkreis Reutlingen) nach Gammertingen im Landkreis Sigmaringen zu bedienen.

„Entgegen dem bundesweiten Trend zum Abbau von Nebenbahnen der letzten Jahre blieben die landschaftlich reizvollen Strecken erhalten. Unser Ziel ist es, diese Verbindungen dauerhaft zu sichern und attraktiv zu gestalten“, sagt Ministerialdirektor Uwe Lahl, Amtschef im Verkehrsministerium. „Durch das Zusammenwirken aller Beteiligten und ein hohes bürgerschaftliches Engagement konnten Angebote über den Freizeitverkehr und den Schülerverkehr hinaus etabliert werden.“

Aufatmen bei SAB-Geschäftsführer Bernd-Matthias Weckler, der sich in den vergangenen Monaten große Sorgen gemacht hatte, wie es mit der Betriebsgesellschaft in Münsingen weitergeht.

Die Verbesserungen im Zugverkehr auf der Münsinger Alb werden in zwei Stufen realisiert: Vom 9. Juni an wird der Fahrplan zwischen Münsingen und Ulm erweitert. Dann gibt es vier Verbindungen hin und zurück, zwei davon ohne in Schelklingen umsteigen zu müssen. Und ganz wichtig: „Die Züge fahren in Zukunft das ganze Jahr über, auch in den Ferien“, informiert Weckler. „Jetzt gibt es im ländlichen Raum eine echte Alternative zum Auto. Die Investitionen des Landes in den Schienenverkehr in unserer Gegend sind vorbildlich.“

Apropos Investitionen: Allein in Münsingen werden in den kommenden Jahren rund 10,4 Millionen Euro für die Infrastruktur sowie für Neu- und Umbauten ausgegeben. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember wird dann die reaktivierte Strecke zwischen Engstingen (Landkreis Reutlingen) und Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) mit den neuen Bahnsteigen in Großengstingen am Schulzentrum und Trochtelfingen sowie dem Kreuzungsbahnhof Haidkapelle eingeweiht. „Auch diese Züge fahren das ganze Jahr über“, kündigt Weckler an.

Viel Platz für Radler

Die Gelegenheit zur Fahrradmitnahme besteht in jedem Zug, an den Wochenenden im Sommer sogar mit erhöhtem Platzangebot für die Freizeitradler. Das Angebot der bei Eisenbahnfreunden besonders beliebten Fahrten mit historischen Fahrzeugen wird sonn- und feiertags in der Sommersaison durch den Einsatz des MAN-Schienenbusses bis Engstingen erweitert. „Bis zum Jahresende wird die SAB 34 Vollzeitbeschäftigte haben“, rechnet Weckler vor. Bislang waren es nur halb so viele.

Derzeit ist der Geschäftsführer unter anderem noch auf der Suche nach „qualifizierten Schaffnern“. Das elf Jahre alte Eisenbahnverkehrsunternehmen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, „der erste deutsche Eisenbahnbetrieb zu sein, der den schaffnerlosen Betrieb für beendet erklärt“. Weckler verspricht zudem, „keine Automaten aufzustellen“. Bei der SAB werden nach wie vor „Menschen für die Menschen da sein“. Dank der Zusage des Verkehrsministeriums werde es in Zukunft auch wieder Fahrten mit dem Gourmet-Express geben, fügt Weckler abschließend hinzu.

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