Zwischen Neckar und Alb

Barockmusik trifft Udo Jürgens

Erstmals trat der Polizeichor unter der Leitung von Klaus Straube auf.
Erstmals trat der Polizeichor unter der Leitung von Klaus Straube auf.

Esslingen. Ein Präludium von Alexandre Guilmant hallte durch das Kirchenschiff der Esslinger Frauenkirche und entführte das Publikum in die Welt der Musik: Der Polizeichor Esslingen hatte zum Kirchenkonzert geladen. Begrüßt wurden die Besucher außerdem von Eugen Franz, dem ersten Vorsitzenden des Polizeichors Esslingen sowie Dekan Weißenborn.

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Der gastgebende Chor, erstmals unter der Leitung von Klaus Straube, begann mit der Missa in G-Dur von W. A. Leonard. Das „Lobe den Herren“ von Walter Schmid direkt daran anzufügen, war eine gute Entscheidung. So konnten der Chor und die Sopranistin Elisabeth von Stritzky Vielseitigkeit und Können beweisen. Die Organistin des Abends, Leydi Katheryne Ramírez López, begleitete die Sänger einfühlsam.

Der Cembaloklang des E-Klaviers verlieh der „Motette für Sopran“ von Vivaldi barockes Flair. Elisabeth von Stritzky, begleitet von Klaus Straube, trug die Motette ausdrucksstark vor, wobei ihr sowohl die Spitzentöne als auch die Koloraturen ohne Makel gelangen. Die nicht metronomisch genauen Passagen des Liedbegleiters brachten Dynamik in den Vortrag. Mit ihrem Wortbeitrag „Was wäre, wenn“ regte Nadja Elmorshidy die Zuhörer noch zum Nachdenken an.

Aus Walddorf angereist, verzauberte der Männerchor des dortigen Liederkranzes unter der Leitung von Rosemarie Hertl die Konzertbesucher mit einer Folge geistlicher und traditioneller Chorwerke. Ob Bruckner, Cherubini, Silcher, ob deutsch oder lateinisch - die Sänger aus Walddorf trugen alles fließend und werkgetreu vor.

Dann trat der Polizeichor Esslingen mit zwei Kompositionen von Udo Jürgens vor das Publikum: „Ihr von morgen“ und „Glaube“ entpuppten sich als zeitgemäße Kompositionen, die auch in die Kirche passen. Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“ trug der Chor ausdrucksstark und textverständlich vor. Der Sopran überzeugte mit reinem Klang.

Mit einer anspruchsvollen Komposition von Joseph Callaerts, die Ramírez López auf der Weigle Orgel spielte, klang das Konzert aus. Gewaltig war der Orgelklang und zerbrechlich klang das Glockenzwischenspiel. Nur auf wenigen Orgeln lassen sich Glockentöne so echt registrieren und dieses seltene Hörerlebnis wurde den Besuchern geboten. sb