Zwischen Neckar und Alb

Berufsparcours bringt Schülern Ausbildungsberufe nahe

IHK 638 Acht- bis Zehntklässler lernen in Plochingen verschiedene Berufe kennen. 23 Firmen stellen sich vor.

Plochingen. Konzentriert formen Florian Heermann und Benjamin Häsler aus einem Blechstreifen ein Auto. Eine Zeichnung haben die Achtklässler des Plochinger Gymnasiums als Vorlage. Die Aufgabe stellt das Team der Esslinger Firma Eberspächer, die ihren Ausbildungsberuf Konstruktionsmechaniker vorstellen will. „Dieser Beruf ist bei den Jugendlichen nicht so präsent, er wird im Kreis Esslingen auch nur an wenigen Stellen ausgebildet“, sagt Ausbildungsmeister Volker Herb. „Ich kannte diesen Beruf bisher nicht“, bestätigt Florian Heermann, „ich finde das aber sehr interessant. Das ist richtige Millimeterarbeit.“

Ein paar Schritte weiter gilt es beim Team von Festool aus Wendlingen, eine Lampenschaltung zusammenzubauen. In technischen Berufen wie dem des Mechatronikers seien nach wie vor mehr Jungs in der Ausbildung. „Mädels haben das oft gar nicht auf dem Schirm, dass das auch für sie etwas sein könnte“, sagt Ausbilder Philipp Glanneres. Praktisch geht es auch bei Garten- und Landschaftsbau Nißle aus Köngen zu. Chef Ulrich Nißle und seine Mitarbeiter lassen Schüler die Beetbepflanzung und das Pflastern eines Wegs ausprobieren.

Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Agentur für Arbeit und die Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer, die man beim Hochdorfer Unternehmen Puschmann absolvieren kann, sind weitere Berufe, die den wenigsten Jugendlichen ein Begriff sind. Die Schädlingsbekämpfer haben einen „Tatort Küche“ aufgebaut. Dort sollen die Schüler auf Spurensuche nach Schädlingen gehen und lernen parallel, Schabenarten zu bestimmen. „Nicht jede ist ein Schädling: Die heimische Waldschabe macht gar nichts aus. Die irgendwann eingeschleppte orientalische Schabe dagegen, die nach warmen und feuchten Plätzen sucht - wie in der Küche - kann durch ihre rasante Vermehrung zum massiven Problem werden“, erklärt Diplom-Biologin Britta Franze.

23 Unternehmen haben mit 27 Stationen am IHK-Berufsparcours in der Plochinger Stadthalle teilgenommen. Über die verschiedensten Ausbildungsberufe haben sich 638 Schüler der Klassenstufen acht bis zehn aus sechs Schulen informiert. „Das Ausprobieren steht klar im Vordergrund, nicht der Unternehmensname. Wer teilnimmt, ist den Schülern vorab nicht bekannt, sodass sie unvoreingenommen an den Berufsparcours herangehen“, erklärt Dieter Proß, Leiter des Referats Beruf und Qualifikation der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen. „Die Verbindung von Schule und Beruf ist schon lange ein zentrales Thema, gerade im Hinblick auf den in verschiedenen Sparten verbreiteten Fachkräftemangel. Nehme man dabei nur einmal das Handwerk“, sagt Plochingens Bürgermeister Frank Buß. Katja Eisenhardt

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