Zwischen Neckar und Alb

Beurener fühlen sich „ignoriert“

Munitionsdepot Rekultivierungspläne sorgen für Irritationen im Gemeinderat.

Beuren. Die Pläne zur Rekultivierung des ehemaligen Munitionsdepots im Tiefenbachtal sorgen für Irritationen und Verärgerung im Beurener Gemeinderat. Vor allem die mangelhafte Kommunikation der Behörden mit der Gemeindeverwaltung empört die Beurener.

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Das Esslinger Landratsamt drängt auf den Erlass einer Baugenehmigung für die Rekultivierung des Munitionsdepots. Der Gemeinderat hat nun beschlossen, dass dagegen keine Rechtsmittel eingelegt werden. Dies geschehe aber unter der Voraussetzung, dass der Bunker Nummer 76 als „Kulturhistorisches Denkmal“ erhalten bleibt und eine Regelung für die verbleibenden Gebäude der Museumsverwaltung des Freilichtmuseums Beuren zeitnah getroffen werden. Außerdem müsse die Gemeinde die Zusage erhalten, dass nach erfolgter Rekultivierung auf diesem Gebiet Wege angelegt werden, deren Erlebnischarakter in Form eines Konzepts erarbeitet und mit der Region Stuttgart im Rahmen des Landschaftsparks abgestimmt werden.

Zur Verkehrssicherung für den verbleibenden Bunker werde ein Zaun als Absturzsicherung von der Gemeinde Beuren errichtet. Die Aufarbeitung der kulturhistorischen Geschichte solle in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum Beuren erfolgen.

Bürgermeister Gluiber erläuterte, dass nur die Bunkerflächen Teil der Baugenehmigung seien. Er fordert für das gesamte Areal eine längerfristige Zielvorgabe. Für den Bunker Nummer 76 in der letzten Bunkerreihe sei eine museale Nutzung möglich, dies sei aber noch nicht abschließend geklärt. Die Voraussetzung sei, dass die Gemeinde die Verkehrssicherung übernimmt. Dies könnte zum Beispiel durch eine Absturzsicherung mithilfe eines Zauns gemacht werden.

Mangelhafte Kommunikation

Gluiber zeigte sich verärgert über die Angelegenheit. Wenn man mehr Geld zur Verfügung gehabt hätte, hätte man größer einsteigen können. Auch finde er es schade, dass die Kommunikation zwischen dem Landratsamt und der Gemeinde in den vergangenen Jahren in diesem Punkt unzureichend abgelaufen sei.

Der Gemeinderat vertrat einheitlich die Meinung, dass von der Forstdirektion sowie vom Landratsamt zu keinem Zeitpunkt auf die Einwände der Gemeinde eingegangen wurde. „Man hat die Beurener ignoriert“, so Gemeinderat Roland Krohmer. Auch Gemeinderätin Cornelia Jathe betonte, dass die Beurener Zeitzeugen des Kalten Krieges seien und man sich einen Teil dieser Geschichte erhalten solle.

Die Mitglieder des Gemeinderats äußerten Vermutungen über Absprachen zwischen Abfallwirtschaftsbetrieb und Landratsamt: Der Abfallwirtschaftsbetrieb habe das Gelände zu einem Preis gekauft, welchen er für einen Wald sonst nicht bezahlt hätte. Das ursprüngliche Ziel sei gewesen, eine Deponie zu errichten. Außerdem habe es frühere Planungen gegeben, wonach dort eine Tontaubenschießanlage errichtet werden sollte. Die Tontaubenschießanlage wurde damals vom Gemeinderat abgelehnt.nz