Zwischen Neckar und Alb

Biker bitten um Gottes Schutz

Glaube Bei der 28. Motorrad-Wallfahrt nach Ave Maria waren auch Biker aus der Teckregion dabei.

Pater Flavian segnet die Biker und die Motorräder.Foto: Heike Siegemund
Pater Flavian segnet die Biker und die Motorräder.Foto: Heike Siegemund

Deggingen. Noch im vergangenen Jahr war über der Motorrad-Wallfahrt nach Ave Maria oberhalb von Deggingen ein Schatten gelegen: Viele fragten sich, wie es nach dem Wegzug der Kapuzinermönche im Oktober 2018 weitergeht mit der Veranstaltung, bei der sich Hunderte Biker auch aus dem Kreis Esslingen für die anstehende Motorradsaison segnen lassen. Die Organisatoren um Melanie Korunn hatten gehofft und dafür gekämpft, dass die Wallfahrt eine Zukunft hat - und freuen sich umso mehr, dass dies der Fall zu sein scheint.

So säumten auch heuer Schaulustige die Straßen, als die Motorradfahrer den gemeinsamen Korso von Ave Maria nach Wiesensteig, Hohenstadt, Drackenstein und wieder zurück nach Deggingen unternahmen. Benzingeruch lag in der Luft, die Motoren dröhnten. Mit etwa 250 Bikern waren es dieses Jahr wetterbedingt zwar nicht ganz so viele Teilnehmer; doch die Motorradfahrer hatten Glück: Es blieb einigermaßen trocken. „Bei den Wettervorhersagen dachte ich morgens noch, wir stehen alleine da“, sagte Melanie Korunn. „Von daher können wir mit 250 Teilnehmern zufrieden sein.“

Nach der Rückkehr vom Korso füllte sich die Kirche, und „Biker-Vater“ Flavian und Weihbischof Thomas Maria Renz gestalteten den Gottesdienst. Die Kirche war voll; viele mussten mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Die Biker seien aus der ganzen Region gekommen, um Gott zu danken für die Freude am Fahren, aber auch um seinen Schutz zu erbitten, sagte Weihbischof Renz. „Es ist schön, dass wir die Wallfahrt dieses Jahr gerade in der Osterwoche begehen“, freute er sich.

Auch Pater Flavian, der seit dem Wegzug der Kapuziner bei den Barmherzigen Schwestern in Bad Ditzenbach lebt, war die Freude anzusehen: „Ich bin so glücklich, wenn ich die volle Kirche sehe“, sagte er. „Diese Menschen wissen, dass sie das Schicksal nicht herausfordern, sondern sich dem Schutz Gottes anvertrauen sollen.“

„Wir stehen alle in den Startlöchern und können es kaum erwarten“, fasste Melanie Korunn die Vorfreude der Biker auf die Motorradsaison zusammen. Was bleibt, sei das gemeinsam Erlebte, es seien die Stunden auf dem Motorrad und das Wissen, dass Gott einen begleitet, betonte sie. Auf dem Parkplatz segneten anschließend Pater Flavian und Weihbischof Renz die Motorräder und Biker. Die beiden Geistlichen waren gefragte Männer: Es gab jede Menge Selfies und Umarmungen. Heike Siegemund

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