Zwischen Neckar und Alb

„Blühender Landkreis“

Ökologie Plochinger Umweltzentrum stellt sein Jahresprogramm vor.

Die hübschen Schmetterlingsplakate hängen noch am Umweltzentrum. Dieses Jahr geht es aber vorwiegend um Wildbienen. Foto: Kurz
Die hübschen Schmetterlingsplakate hängen noch am Umweltzentrum. Dieses Jahr geht es aber vorwiegend um Wildbienen. Foto: Kurz

Plochingen. Mit Ideen und Geld lässt sich im Naturschutz etwas bewegen. Das zeigt das neue Programm des Umweltzentrums Neckar-Fils. Angesichts eines bedrohlichen Insektenrückgangs widmet sich das Plochinger Infozentrum den Themen Wildbienen und Schmetterlinge. In die gleiche Richtung weist die Kooperation mit dem Kreis Esslingen beim Projekt „Blühender Landkreis“. 5000 Euro Zuschuss hat der Kreis in Aussicht gestellt. Auch vom Land erwartet man Geld.

Der Kirchheimer Landtagsabgeordnete Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, hat vor einigen Tagen verkündet, das Land fördere dieses Jahr die ehrenamtlich geführten Umwelt- und Naturschutzzentren mit 100 000 Euro. Das Geld könnten sie für Bildung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Der Reichenbacher Kreisrat Matthias Weigert, der auch dem Vorstand des Umweltzentrums in Plochingen angehört, freut sich doppelt über diese Nachricht. Denn die Landesregierung habe damit auf eine Initiative aus dem Landkreis Esslingen reagiert. Die grüne Schiene vom Kreisrat über den Fraktionsvorsitzenden bis zum Ministerpräsidenten, der nebenbei den Wahlkreis Nürtingen vertritt, funktioniert also.

Im Esslinger Kreistag stießen die Grünen ebenfalls auf offene Ohren. Der Haushalt 2017 sieht für das Umweltzentrum Neckar-Fils einen Zuschuss von 5000 Euro vor. Dazu müssen aber noch die Förderrichtlinien überarbeitet werden. Die Zusage aus dem Kreistag kommt nicht von ungefähr, sondern passt zum Projekt „Blühender Landkreis“. Weil die Siedlungsflächen und der Strukturwandel in der Landwirtschaft die Lebensgrundlagen für Insekten bedrohen, will der Kreis Esslingen mit dem Projekt „Blühender Landkreis“ Wege aufzeigen, wie jeder etwas zur Entwicklung von Blühflächen beitragen kann. Privatgärten sollen insektenfreundlicher und naturnaher gestaltet werden, öffentliche Flächen sollen ebenfalls bunter werden. Das Umweltzentrum Neckar-Fils wird dazu wieder Seminare für Verwaltungsfachleute, Ortsbaumeister und Bauhofmitarbeiter anbieten.

Unterstützt wird das Umweltzentrum dabei von der Kreissparkasse, die auf drei Jahre verteilt 15 000 Euro bereitstellt. Damit habe man beispielsweise ein Bienenhotel am Neckar aufgestellt, berichtet Biologin Brigitte Beier. Sie hofft, dass dieses Thema so viel Resonanz findet wie die Schmetterlings-Ausstellung im vergangenen Jahr, zu der mehr als 500 Kindergartenkinder und Schüler kamen.

Wer selbst ein Haus für Wildbienen bauen will, kann im April oder im Mai an einem Kurs in Plochingen teilnehmen. Die dazu passende Ausstellung wird am 2. April eröffnet. Weitere Anregungen für den Naturgarten bietet am 5. Mai der Film „Rein in den Naturgarten“, der viele Tipps und Tricks zeigt.

Das Programm wird in den nächsten Tagen auf www.umweltzentrum-neckar-fils.de veröffentlicht. Der Flyer wird in den Rathäusern ausliegen.Roland Kurz

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