Zwischen Neckar und Alb

Buchung und Kontrolle leicht gemacht

Innovation Nach der gelungenen Premiere des Zugangssytems „OneTicketing“ in Freibädern soll jetzt diese Lösung auch anderen Kunden zur Verfügung gestellt werden. Vereine bekommen Rabatt. Von Andreas Pflüger

Mit Buchungssystemen kennen sie sich aus. Die Online-Experten von „DIRS21“ managen für mehr als 5300 Hotels und Gasthöfe in Deutschland die Reservierungen auf den einschlägigen Portalen. Als Hotellerie und Gastronomie während des Corona-Lockdowns zum Erliegen kamen, sanken bei der Wernauer Digitalschmiede die Buchungen - wie noch nie seit der Firmengründung vor 20 Jahren.

„Wir waren schwer getroffen und mussten Kurzarbeit für unsere 70 Beschäftigten anmelden, haben uns aber zugleich überlegt, was wir in aller Kürze entwickeln können, um Betriebe, Institutionen, Veranstalter und Vereine in der Krise zu unterstützen“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende David Heidelberg. Es sei nicht darum gegangen, ein ganz neues Feld zu erschließen, sondern schnell etwas zu liefern, weil man über die Technologie ja verfüge, ergänzt er.

Als der Denkprozess noch lief, ging plötzlich alles ganz fix. Die Stadt Wernau fragte bei „DIRS21“ an, ob sie ein pandemiekonformes Ticketsystem fürs Freibad entwickeln könnten. „Am Tag darauf gab es den ersten direkten Kontakt und ein paar Tage später erfolgte bereits die Präsentation. Das ist eben typisch IT und macht einen schon ein wenig stolz“, sagt der Technikchef Julian Heidelberg, der ebenso wie sein Bruder David dem Vorstand des Unternehmens angehört.

Dass die Lösung funktioniert, sollte sich rasch zeigen, denn neben dem Wernauer Freibad nutzten weitere Bäder das einfach anzuwendende System, um ihre Kapazitäten auszulasten, möglichst viele Tickets ohne langes Schlangestehen loszuwerden, die einzelnen Schwimm-Schichten aber nicht über Gebühr zu strapazieren. Und das mit überschaubarem Kostenaufwand für die Betreiber, da keine zwingende Investition in die Hardware erforderlich war.

Unter dem Dach von „DIRS21“ entstand auf diesem Weg der Ableger „OneTicketing“, der auch auf weiteren Feldern eingesetzt werden kann. Dennis Pfister, bei dem die Fäden des Projekts zusammenlaufen, hat zunächst Sportvereine und andere Veranstalter im Auge, die gezwungenermaßen ihre Besucherzahlen kontrollieren und personalisieren müssen. „Von der kleinen Vernissage bis zu Liga-Spielen kann das System genutzt werden, da es nirgendwo angebunden werden muss und sogar über ein Smartphone funktioniert“, beschreibt Pfister das weite Einsatzfeld.

Eine mittelständische Lösung

David Heidelberg möchte jedoch bei der Größenordnung bleiben, für die sich „DIRS21“ auch sonst zuständig fühlt: „So wie wir im Hotelbereich vor allem für kleine und mittelständische Betriebe tätig sind, sehen wir „OneTicketing“ nicht bei den großen Playern, etwa bei Bundesligaklubs.“ Die hätten ihre eigenen Systeme, fügt sein Bruder hinzu. „Wo aber bisher vor allem händisch und mit Bargeld gearbeitet wurde, geht das schneller und komfortabler“, betont Julian Heidelberg. Für gemeinnützige Vereine werde obendrein ein Rabatt gewährt, ergänzt er.

Die bisherigen Nutzer sind jedenfalls zufrieden. „Als bekannt wurde, was bei einer Freibad-Öffnung zu beachten ist, haben wir uns verschiedene Systeme angeschaut“, sagt Michael Bauer von der Stadt Wernau. Richtig überzeugt habe aber keines, und so sei man auf den ortsansässigen Spezialisten zugegangen. „Schnell verfügbar, funktional und flexibel“, beschreibt Bauer die Vorzüge und verweist darauf, „dass wir in der am Montag beginnenden Saison im Hallenbad und im Wellnessbereich des Quadrium damit weitermachen.“ Im Weilheimer Freibad war das Tool ebenfalls im Einsatz und Michael Nagel, der stellvertretende Kämmerer, hat nichts zu beanstanden. „Von der Organisation über die Lieferung bis zur Umsetzung hat alles funktioniert und konnte noch individuell angepasst werden“, erklärt er.

Erster Kunde auf Vereinsseite ist der TSV Köngen. Die Fußballer nutzen „OneTicketing“ bereits bei ihren Spielen, zu denen immerhin 460 Zuschauer ins Stadion dürfen. „Das läuft sensationell“, schwärmt der Abteilungsleiter Achim Wunderwald. Einziges Manko: das Angebot werde im Moment noch zu wenig genutzt, aber er rechne mit einem Gewöhnungseffekt.

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