Zwischen Neckar und Alb

CDU will Plastikbecher verbannen

Umwelt Die Esslinger Christdemokraten möchten die Stadtfeste zu einmalbecherfreien Zonen machen.

Menschen mit Coffee-to-go-Bechern in den Händen sind mittlerweile ein gewohntes Bild. Auch andere Einwegverpackungen werden oft
Einmal-Becher sind nicht mehr überall gern gesehen. Foto: Jean-Luc Jacques

Esslingen. Beim diesjährigen Erdbeerfest hat die CDU-Gemeinderatsfraktion rot gesehen: Schuld daran waren nicht die süßen Früchtchen, sondern es war die Plastikflut, in denen Erdbeercremes, -shakes und -bowlen den Gästen angeboten wurden (Foto: Thomas Krytzner). Schon mehrmals habe man beantragt, solche umweltbelastenden Hinterlassenschaften durch die Verwendung von mehrfach nutzbarem Geschirr oder zumindest von recycelbaren Materialen zu reduzieren, schimpfen Regina Hemminger, Edward-Errol Jaffke und Jörn Lingnau. Passiert sei nichts, heißt es in einem Schreiben, das sie jetzt an den OB ins Esslinger Rathaus geschickt haben. Darin stellen sie offiziell den Antrag, Einmal-Plastikbecher und Co. bei öffentlichen und privat organisierten Veranstaltungen und Festen in der Stadt zu verbieten. Sollte das auf kommunaler Ebene nicht möglich sein, solle die Verwaltung andere Möglichkeiten suchen, die Fluten an Einmalgeschirr einzudämmen.

Doch das ist alles nicht so einfach - sagt Ordnungsamtsleiter Gerhard Gorzellik. Bislang gibt die Stadt den Veranstaltern nur Empfehlungen zur Abfallvermeidung an die Hand. Ist sie selbst Veranstalterin - wie etwa das städtische Kulturamt beim Bürgerfest - könnte sie den Teilnehmern entsprechende Auflagen machen, sagt der Ordnungsamtsleiter. Tritt sie - wie im Fall des Erdbeerfests - aber nur als Genehmigungsbehörde auf, muss ein Verbot von Einweggeschirr über eine Satzung geregelt sein.

Die Frage ist nur: Wird ein solches Verbot der komplexen Sachlage auch gerecht? Beispiel Bürgerfest: „Wir haben in Esslingen nicht überall Wasser- und Abwasseranschlüsse“, sagt Gorzellik, sodass Geschirrmobile nur bedingt zum Einsatz kommen könnten. Immerhin kommen an den beiden Bürgerfest-Tagen zwischen fünf und sechs Tonnen Abfall zusammen, berichtet Bauhofleiter Andreas Schneider. Wobei seine Mitarbeiter den Eindruck hätten, dass die Papphinterlassenschaften noch größer seien als die Plastikflut.

An ihrem eigenen Bürgerfeststand bei der Stadtkirche verwendet die Stadt erstmals den Esslinger Stadtbecher - ein Pfandbecher, der auch in vielen Bäckerei für den Kaffee zum Mitnehmen ausgegeben wird. Man habe noch mehrere Tausend in zwei Größen im Repertoire und könne sie den Vereinen kostenlos ausleihen.Claudia Bitzer

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