Zwischen Neckar und Alb

„Da müssen wir jetzt dranbleiben“

Rückblick Am Ende ihrer einwöchigen Israelreise fassten die Vertreter der Kreistagsfraktion ihre ­Eindrücke zusammen.

Esslingen. Peter Rauscher: „Begegnungen sind wichtig, das ist zu spüren. Die Dreierbeziehung ermöglicht auch solche, die es sonst vielleicht nicht gäbe. Man spürt trotz allem erstaunlichen Miteinander eine Zerrissenheit in der Gesellschaft, ein kleiner Funke kann zur Eskalation führen. Meine Hoffnung liegt auch auf den Akteuren der Zivilgesellschaft, deren Projekte Frieden befördern können.“

Sonja Spohn: „Trotz der komplexen Gemengelage hat man den Eindruck einer Stabilität. Auch die Schule in Rama hat Fortschritte gemacht. Die Hoffnung liegt auf der Jugend, auf den Begegnungen von Mensch zu Mensch, zu denen der Kreisjugendring den Grundstein gelegt hat.“

Ulrich Fehrlen: „Die Reise hat ein gutes Bild vom Land gezeigt, mit seinen Gegensätzen, zum Beispiel zwischen Jerusalem und Tel Aviv oder auch im Westjordanland. Der Besuch auf den Golan-Höhen macht deutlich, dass Israel selbst für seine Sicherheit sorgen muss. Der Kreis hat gute Kontakte, auch das war zu spüren.“

Margarete Schick-Häberle: „Es war mein erster Besuch und ich bin überrascht, welch relativen Frieden das Land erlebt. Ich verstehe nun mehr von den Spannungen und dem Umgang damit. Interessant waren die Einblicke in die Schulen und die Kommunalpolitik, die ähnliche Probleme hat. Erfreulich sind erste Ansätze eines ÖPNV-Ausbaus und eine Nutzung von E-Bikes.“

Ursula Merkle: „Mich hat bei meinem Israel-Debüt die bewusst gelebte Normalität auf einem heißen Pflaster beeindruckt, ebenso die Vielfalt in religiösen und kulturellen Ausprägungen. Die Informationen zur politischen Zukunft sind weniger ermutigend. Umso tröstlicher ist der funktionierende Austausch unter jungen Menschen, der Früchte tragen kann. Auch habe ich als Deutsche keine negativen Signale bekommen.“

Bernhard Richter: „Eine solche Reise ist wichtig. Givatayim braucht keine Entwicklungshilfe, in Rama dagegen war Unterstützung wichtig. Nirgendwo sieht man die Konfliktlinie so deutlich wie in und um Jerusalem. Es ist als Kommunalpolitiker nicht unsere Aufgabe, das zu lösen, sondern Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Der Einsatz hat sich gelohnt.“ug

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