Zwischen Neckar und Alb

Daimler steht in den Startlöchern

Batteriefabrik Erste konkrete Pläne liegen vor: Der Autobauer will noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten auf dem Werksgelände im Esslinger Stadtteil Brühl zwischen B 10 und Neckar beginnen. Von Melanie Braun

Der neue Bebauungsplan für das Gelände zwischen B¿10 und Neckar soll viel Spielraum ermöglichen.Archiv-Foto: Roberto Bulgrin
Der neue Bebauungsplan für das Gelände zwischen B10 und Neckar soll viel Spielraum ermöglichen. Archiv-Foto: Roberto Bulgrin

Erst vor wenigen Monaten ist bekannt geworden, dass der Autobauer Daimler eine Batteriefabrik in Brühl errichten will. Jetzt liegen bereits erste konkretere Pläne vor. Demnach ist auf dem Areal gegenüber dem Neckar-Center zunächst der Bau einer Batteriemontagehalle geplant, die Arbeiten sollen schon 2019 beginnen. Die Stadträte haben dem Entwurf des neuen Bebauungsplans zugestimmt - dieser soll dem Autobauer viel Luft für weitere Entwicklungsmöglichkeiten geben. Der Werksteil Brühl gehört organisatorisch zum Daimler-Werk Untertürkheim. Bislang befinden sich dort Motoren-Prüfstände für Lastwagen sowie Lagerhallen und Werkstätten.

In der ehemaligen Werksleitervilla der einst ansässigen württembergischen Baumwollspinnerei ist das Betriebsrestaurant beheimatet. Im Süden des Areals liegt das Ausbildungszentrum des Unternehmens. Letzteres soll nun abgebrochen werden, um Platz für eine große Halle zu schaffen. Diese soll etwa 170 Meter lang und 95 Meter breit werden. Mit dem Bau verbindet Daimler das Ziel, das gesamte Werk Untertürkheim samt seinen Teilstandorten im Neckartal langfristig zu sichern. Laut Stadtverwaltung besteht daher nicht nur ein großes privates, sondern auch ein hohes öffentliches Interesse daran, die Pläne zu realisieren. Zumal die Batteriefabrik in Brühl als Vorbild für andere Werke dienen soll.

Die Anlieferung für die Batteriefabrik ist im Nordwesten vorgesehen. Um genügend Platz dafür schaffen zu können, muss voraussichtlich ein Teil des Grünstreifens im Südwesten der Fläche in Anspruch genommen werden. Außerdem entfällt durch die Montagehalle ein etwa 800 Quadratmeter großer Teil des denkmalgeschützten Parks. Allerdings wäre die Batteriefabrik ohne diese Fläche nicht sinnvoll zu betreiben. Deshalb werde dem Belang des Werksbetriebs Vorrang vor der Erhaltung des Grüns eingeräumt, argumentiert die Stadt.

Neben der Batteriefabrik ist auf dem Gelände auch ein Showroom zur Darstellung der E-Mobilität geplant. Dieser soll möglichst in die Höhe ragen, um weithin sichtbar zu sein. Auch hierfür muss ein Teil des Grünstreifens genutzt werden, konkrete Pläne gibt es allerdings noch nicht. Klar ist hingegen, dass das Gelände auch künftig vor allem über die Palmenwaldstraße angefahren werden soll sowie ergänzend über die Straße „Brühl Fabrik“ im Norden des Geländes. Die zentrale Werkszufahrt soll ebenfalls erhalten werden. Für Fußgänger und Radfahrer soll das Areal auch in Zukunft über den Neckarsteg und die B 10-Unterführung sowie über die Palmenwaldstraße erreicht werden können.

Die Stadtverwaltung hat Wert darauf gelegt, im Bebauungsplan Spielräume zur langfristigen Entwicklung des Areals zu eröffnen. Denn die Automobilindustrie stehe angesichts alternativer Antriebsformen vor großen Umwälzungen. Deshalb müsse man ermöglichen, dass sich Daimler in Brühl in Zukunft flexibel und ohne lange Planungszeiten an veränderte Anforderungen anpassen könne.

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