Zwischen Neckar und Alb

„Das Modellprojekt ist wie für uns gemacht“

Nürtinger Bodelschwinghschule ist eine von zehn „Kulturschulen“ im Land – Landrat Eininger gratuliert

Die Nürtinger Bodelschwingh­schule ist eine von zehn Schulen im Land, die sich in den nächsten fünf Jahren mit dem Titel „Kulturschule 2020“ schmücken darf. „Das Modellprojekt ist wie für uns gemacht“, freut sich Schulleiterin Barbara Andreas, dass ihre Schule als einzige Sonderschule ausgewählt wurde.

„Kulturschule 2020“: Landrat Heinz Eininger (rechts) und Schulamtsdirektorin Waltraud Schreiber (links) freuen sich mit Rektorin
„Kulturschule 2020“: Landrat Heinz Eininger (rechts) und Schulamtsdirektorin Waltraud Schreiber (links) freuen sich mit Rektorin Barbara Andreas und Konrektor Stefan Track, dass die Bodelschwinghschule vom Kultusministerium als Modellschule ausgewählt wurde. Foto: Anneliese Lieb

Nürtingen. Kulturelle Bildung an Schulen hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Schülern, sondern auch auf die Schulgemeinschaft. Deshalb haben das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und die Karl-Schlecht-Stiftung das Modellprojekt „Kulturschule 2020 Baden-Württemberg“ entwickelt. Für Barbara Andreas und das 54-köpfige Lehrerkollegium der Nürtinger Bodelschwinghschule sind dies nicht unbedingt neue Erkenntnisse, denn die Nürtinger Sonderschule hat diesen Weg schon vor einigen Jahren beschritten und ist damit sehr erfolgreich. So gibt es seit zwölf Jahren eine Theaterkooperation mit der Albert-Schäffle-Schule. Bei musikalischen Projekten mit der Neckar-Realschule und der Musikschule und bei verschiedenen Kunstausstellungen im Nürtinger Rathaus und im Landratsamt haben die Bodelschwingh-Schüler ihr kreatives Potenzial unter Beweis gestellt. Kooperationen und Auftritte, die zeigen, dass dem Lehrerkollegium die kulturelle Bildung der aktuell 142  Schüler eine Herzensangelegenheit ist.

Dass die Schule damit landesweit auch ein Stück wegweisend ist, wurde der Nürtinger Rektorin bei der ersten Fortbildung im Rahmen des Modellprojektes „Kulturschule 2020“ in der Akademie Schloss Rotenfels in Gaggenau bestätigt. Diese Angebote will man nun im Zeitalter der Inklusion noch mehr öffnen und Schülern der allgemeinbildenden Schulen im Sinne einer gegenseitigen Inklusion ein attraktives Angebot im Ganztagsbereich unterbreiten.

Ziel des Modellprojektes „Kulturschule 2020“ ist die Schärfung des Schulprofils. Kulturelle Bildung soll durchgängig im schulischen Alltag verankert werden, bestehende Kooperationen sollen gefestigt und durch neue Kooperationen mit Schulen, Kunstschaffenden sowie Kunst- und Hochschulen ergänzt werden. Bei diesem Prozess wird die Bodelschwinghschule vom Kulturministerium und der Karl-Schlecht-Stiftung mit 10 000 Euro unterstützt. Damit werden zum Beispiel Künstlerhonorare, Fortbildungen oder Materialien finanziert. Der Förderzeitraum, so Konrektor Stefan Track, betrage fünf Jahre, „und nach zwei Jahren kommt eine Art TÜV“. Werden die Kriterien und Erwartungen erfüllt, wird das Projekt fortgesetzt.

Landrat Heinz Eininger war nach Nürtingen gekommen, um das Schild „Kulturschule 2020“ zusammen mit der Schulleitung an der Eingangsfassade anzubringen. Er freue sich, so Eininger, dass die Bodelschwingh­schule als einzige Sonderschule zum Kreis der zehn ausgewählten Modellschulen im Land gehöre. Eininger sieht darin einerseits eine Auszeichnung, zugleich aber auch ein Signal, dass Inklusion auch umgekehrt laufen könne. „Solche Projekte leben von der Eigeninitiative.“ Die Auszeichnung „Kulturschule 2020“ sei Ansporn und Motivation, immer neue kreative Kooperationen anzupacken. Kreativität sei in der Sonderschule ein wirksames Instrument des Förderns.

Wie wichtig gerade für ihre Schüler Erfolgserlebnisse sind, weiß Schulleiterin Andreas nur zu gut. Ein Kind mit einer geistigen Behinderung laufe an einer allgemeinbildenden Schule Gefahr, unterzugehen. Misserfolge könnten zu einem Rückzug führen, der sich negativ auf die Entwicklung auswirken könne. Dies den Eltern in der Beratung aufzuzeigen, sei gerade vor dem Hintergrund der Inklusionsdiskussion wichtig. Als Modellschule erhofft sie sich weitere Unterstützung, sowohl durch das Staatliche Schulamt als auch durch den Schulträger.

An die Adresse von Landrat Eininger richtete Andreas den Wunsch, der Kreis möge für eine Erweiterung der Raumkapazität an der Schule sorgen und die Mehrzweckhalle umbauen. Ob sich das erfüllen lässt, ließ Eininger offen. Er verwies vielmehr auf die hohen Investitionen des Landkreises von 48 Millionen Euro in die Rohräckerschule. Außerdem habe der Landkreis in den letzten Jahren auch in die Bodelschwinghschule investiert.

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