Zwischen Neckar und Alb

Das Münster steht ganz im Zeichen von Beethoven

Musik Der Polizeichor Esslingen feiert sein 30-jähriges Bestehen und den 250. Geburtstag des Komponisten.

Souverän: Der Poiizeichor zog alle musikalischen Register.Foto: pr
Souverän: Der Poiizeichor zog alle musikalischen Register. Foto: pr

Region. Das erste Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen veranstaltete der Polizeichor Esslingen im voll besetzten Müns­ter St. Paul in Esslingen. Ein ausdrucksvolles, ausgewogenes Programm, zusammengestellt von Klaus Straube, bot den Zuhörern einen Konzertabend der Extraklasse.

Mit diesem Konzert wurde aber auch Beethovens Geburtstag gefeiert - er wäre 250 Jahre alt geworden. Nach dem Orgelvorspiel und der Begrüßung durch den Ers­ten Vorsitzenden Hans-Joachim Högerle begann der Chor a cappella mit drei majestätisch vorgetragenen Chören „Die Himmel rühmen“, „Augustabend“ und „Hymne an die Nacht“.

Die Originalfassungen der Werke Beethovens wurden mit Bearbeitungen bis in die Gegenwart variiert, so auch bei Klaus Straubes Klaviervortrag „Six Ecossaises“ - zuerst das Original, danach mit Variationen verschiedener Komponisten. Sein Vortrag zeugte von großer Liebe zum Detail und technischer Brillanz.

Wie aus einem Guss

Von Charles Gounod folgte die „Messe No. 5 aux séminaires“. Wie aus einem Guss klangen Männerstimmen und Orgel von der Empore herab. Vom feinsten Legato bis zum furiosen Fortissimo forderte Straube von seinen Choristen alles. Herausragend war dabei das Baritonsolo im Gloria, gesungen von Roland Oesterle. Ein meditativer Textbeitrag von Nadja Elmorshidy über „echte Freundschaft“ regte anschließend zum Nachdenken an. Danach erklang ein „Persischer Nachtgesang“, eine Anleihe von Friedrich Silcher an den zweiten Satz der 7. Symphonie, und der Chor überzeugte dabei mit viriler Kraft. Es folgte als Uraufführung ein Kyrie im Satz für Männerchor von Klaus Straube, wobei die Mondscheinsonate Pate stand. Kreismusikdirektor Felix Muntwiler an der Rieger-Orgel zeigte sich nicht nur bei der Konzerteröffnung als überragender Interpret, sondern auch als Chorbegleiter bei der Messe. Sein Orgelnachspiel verzauberte mit klanglichen Finessen die Konzertbesucher.

Ein herzlicher, lange anhaltender Applaus war der Lohn für dieses Konzert, das von Klaus Straube geplant und einstudiert wurde. pm

Anzeige