Zwischen Neckar und Alb

Deizisau will neues Gewerbegebiet ausweisen

Entwicklung Laut Bürgermeister Thomas Matrohs gibt es viele Firmenanfragen für das Gelände.

Hier soll das neue Gewerbegebiet in Deizisau entstehen.Foto: Roberto Bulgrin
Hier soll das neue Gewerbegebiet in Deizisau entstehen.Foto: Roberto Bulgrin

Deizisau. An Gewerbesteuer mangelt es der Gemeinde Deizisau nicht. Sieben Millionen Euro für eine Gemeinde mit 6 500 Einwohnern sind üppig. Dennoch denkt die Gemeinde daran, ein weiteres Gewerbegebiet auszuweisen. Etwa drei Hektar Fläche hinter dem Coca-Cola-Werk sind dafür vorgesehen. Man wolle vor allem den örtlichen Firmen Entwicklungsfläche anbieten, begründet Bürgermeister Thomas Matrohs das Vorhaben.

„Ich bekomme jeden Monat Anfragen und kann nichts anbieten“, sagt Matrohs. 80 Prozent der Interessenten, so schätzt er, kommen aus dem Ort. Sie wollten sich vergrößern oder ein eigenes Gebäude bauen. Die Gemeinde müsse ein Angebot schaffen, damit sich die Firmen nicht umorientieren. Die Gewerbesteuer stehe nicht im Vordergrund, betont der Bürgermeister. Aber ein größerer Puffer scheint ihn zu beruhigen. Matrohs verweist auf den Abzug der Firma Herma aus Deizisau. Hätte da nicht gleich die Nachbarfirma Index das Areal übernommen, würde man auf eine Brachfläche blicken und hätte größere Steuerverluste zu verkraften.

Die erste Hürde ist genommen

Im Flächennutzungsplan ist das Areal schon als Gewerbegebiet vorgesehen, insofern hat die Gemeinde bereits die erste Hürde genommen. Topografisch sind die Äcker links der Zeppelinstraße jedoch eher schwieriges Terrain und nicht einfach zu erschließen. Das Gelände fällt zum Neckartal hin und in Richtung Wohngebiet. Deshalb sei nicht zu erwarten, dass sich eine große Firma dafür interessiere, meint Matrohs. Auf diesem Areal könne man Anfragen für Flächen zwischen 800 und 2 000 Quadratmetern bedienen.

Da ein Gewerbegebiet nicht direkt an ein Wohngebiet anschließen darf, soll entlang der Zeppelinstraße ein Mischgebiet ausgewiesen werden. Auf diesem rund 0,7 bis einen Hektar großen Streifen kann sich Matrohs den Bau von bezahlbarem Wohnraum vorstellen. Für attraktive Einfamilienhäuser sei das Gebiet kaum geeignet.

Die schwierigste Aufgabe des Bürgermeisters dürften die Gespräche und Verhandlungen mit den Eigentümern der Äcker sein. Matrohs hofft, dass keiner vom Spekulationsfieber erfasst wird. Es sei doch eine Chance, gemeinsam mit der Gemeinde ein Angebot für die Gewerbetreibenden im Ort zu entwickeln, wirbt er. Parallel zur Sicherung der Flächen könnte die Planung des Gewerbegebiets vorangetrieben werden, dann folgt das Bebauungsplanverfahren. Weil das Gebiet nahe am Waldrand liegt, muss der Naturschutz berücksichtigt werden - dazu sind wohl Gutachten notwendig. Matrohs hofft, dass das Gelände in fünf Jahren baureif ist, der Verlauf der Grundstücksverhandlungen lasse sich aber schwer vorhersagen.Roland Kurz

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