Zwischen Neckar und Alb

Den Seitblick wahren

Risiken zu kalkulieren und plausibel einzupreisen, wo es um horrende Summen und lange Zeiträume geht, gehört inzwischen zum Schwierigsten, was Wirtschaft und politisches Tagesgeschäft an Aufgaben zu bieten haben. Dass Politik und Verwaltung im Landkreis die Leichtigkeit abhanden kommt, mit der sinnvolle Bauvorhaben zuweilen beraten, geplant und auf den Weg geschickt wurden, ist leicht zu erklären. Mehr als eine Viertelmilliarde Euro will der Kreis bis 2025 an Investitionen schultern. Das ist eine Summe, die es so bisher nicht gab. Investitionen in moderne Arbeitsplätze, in bessere Verkehrswege und eine zukunftsfähige berufliche Bildung.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Zeiten für mutige Projekte waren selten besser. Die Steuerquellen sprudeln, die Zinsen sind historisch niedrig, der Konjunkturmotor brummt. Und trotzdem wissen alle: Ewig wird das so nicht bleiben. Erste Anzeichen, dass die Musik auf der Party leiser wird, gibt es bereits. Experten sprechen nicht von Rezession, aber von deutlichen Dellen, die sich abzeichnen.

In der Kreispolitik wird es in den kommenden Jahren deshalb umso wichtiger sein, dass nicht nur Bagger rollen, sondern auch Geld fließt in Bereiche, die auf lange Sicht das Sozialsystem entlasten und dafür sorgen, dass Menschen selbstbestimmt in Lohn und Brot kommen. Bei Hilfen für Randständige oder bei der Integration von Migranten, die in vielen Berufsbereichen dringend gebraucht werden. Kurz gesagt: Hilfen für all jene, die vom Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre wenig mitbekommen haben.

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