Zwischen Neckar und Alb

Der Hotelneubau in Nürtingen liegt auf Eis

Planung Der Nürtinger Gemeinderat will bei der Neckarufer-Bebauung vor den Wahlen keine Fakten schaffen.

Nürtingen. Es gab kräftigen Beifall von den über 100 Zuhörern für den Nürtinger Gemeinderat. Das Gremium lehnte den Vorschlag der Verwaltung ab, einen Investorenwettbewerb für die Bebauung an der Neckarstraße auszuloben. Man nahm die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Kenntnis. Wie es weitergeht, soll dem neuen Gemeinderat und dem Oberbürgermeister überlassen werden.

Die Kritik am geplanten Vorgehen der Stadt in Sachen Gastronomie, Biergarten, Gewerbe und Wohnen an der Neckarstraße war in den Reihen der Bürgerinitiative „Nürtingen am Neckar“ in den zurückliegenden Wochen immer lauter geworden. Dass ihr Bürgerbegehren vom Gemeinderat ausgebremst wurde und stattdessen eine Bürgerbeteiligung mit 30 Zufallsbürgern organisiert worden war und jetzt dem Votum von 15 Zufallsbürgern möglichst schnell ein Investorenwettbewerb folgen sollte, das kam bei der BI nicht gut an.

Professor Matthias Hähnig stellte die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung vor. Der Tübinger Planer hatte vor einigen Jahren den Ideenwettbewerb „Westlicher Neckar“ gewonnen und wurde von der Stadt Nürtingen jetzt mit der Erarbeitung verschiedener Planvarianten für den Stadteingang an der Neckarstraße beauftragt. Eine Variante war bei den Zufallsbürgern am besten angekommen. Die Bürger, so Professor Hähnig, hätten den Wunsch geäußert, dass der Neckarbereich öffentlicher Raum bleibe und nicht durch einen privaten Bauträger okkupiert werde.

Oberbürgermeister Otmar Heirich dankte zunächst den beteiligten Zufallsbürgern. „Die Bürger haben mit hoher Kompetenz diskutiert.“

Heirich zeichnete dann das beabsichtigte weitere Prozedere auf. Sein Vorschlag: Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sollen Grundlage für einen anschließenden Architekten- beziehungsweise Investorenwettbewerb werden. Hier wollten die Gemeinderäte allerdings jetzt, wenige Monate vor den anstehenden Oberbürgermeister- und Kommunalwahlen, nicht mehr mitgehen. In einem interfraktionellen Antrag, von CDU und den Liberalen - Aktiven Bürgern - FWV eingereicht, wurde begründet, warum man jetzt nur die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Kenntnis nehmen will, aber keinen Beschluss über die Nutzung der Fläche am Neckar treffen möchte. Damit wolle man ermöglichen, „die Entwicklung an dieser Stelle frei von Vorabbeschlüssen zu gestalten“. Anneliese Lieb

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