Zwischen Neckar und Alb

„Der richtige Mann am richtigen Ort“

Schulleiter der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule, Harald Fano, geht in den Ruhestand

An der beruflichen Philipp-Matthäus-Hahn-Schule (PMHS) in Nürtingen endet eine Ära: Nach zwölf Jahren als Schulleiter der PMHS und insgesamt 35 Jahren als Pädagoge an der Institution in der Kanalstraße geht Schulleier Harald Fano in den Vorruhestand. Sein Nachfolger ist Wolf Hofmann.

Der scheidende Schulleiter Harald Fano (links) mit seinem Nachfolger Wolf Hofmann. Foto: Jürgen Holzwarth
Der scheidende Schulleiter Harald Fano (links) mit seinem Nachfolger Wolf Hofmann. Foto: Jürgen Holzwarth

Nürtingen. Viele Gäste aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens waren in die PMHS gekommen, um Fanos Leistung als Schulleiter zu würdigen. Den Auftakt der zahlreichen Redner machte des Oberstudiendirektors langjähriger Stellvertreter Elmar Martin. Er würdigte Fanos Verdienste um die Partnerschaft mit den beruflichen Schulen in Israel, mit der Agricultural and Technical Highschool im arabischen Rama und dem ORT-Technicum im jüdischen Givatyim. Auch um Partnerschaften in Afrika, Brasilien und Polen habe er sich verdient gemacht.

Mit der Einführung der Ausbildungsmesse „Berufswelten“ hätte sich die Schule unter Fano gemäß ihres Mottos „Die Zukunft im Blick“ für neue Herausforderungen fit gemacht. Auch die Einführung eines technischen Gymnasiums für Gestaltung und Medientechnik zeige die große Bandbreite, die die PMHS unter Fano erreicht habe.

Die Verabschiedung Fanos und die Einsetzung Hofmanns nahm der leitende Regierungsschuldirektor Martin Sabelhaus vor. Fano könne auf ein erfülltes Berufsleben zurückschauen und stolz auf seine Lebensleistung sein. Der Bauingenieur und Wirtschaftswissenschaftler habe die Schule seit ihrer Gründung durch die Teilung der gewerblichen Schule Nürtingen 1990 begleitet und geprägt. Er schätze ihn als direkten und manchmal unbequemen Ansprechpartner, der mit seiner Schule zum Garanten für den Fachkräftenachwuchs im Landkreis geworden sei.

Fanos Nachfolger Hofmann sieht Sabelhaus gut gerüstet, nachdem dieser als Maschinenbauingenieur in der Industrie gearbeitet habe und sich dann als stellvertretender Schulleiter der beruflichen Robert-Bosch-Schule in Zuffenhausen als guter Pädagoge erwiesen habe.

Landrat Heinz Eininger sprach für den Kreis als Schulträger. Fanos Markenzeichen seien seine Bodenständigkeit und Beständigkeit. Dabei sei er immer weitsichtig und innovativ gewesen. Als erfolgreicher Chef und Urgestein sei er der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Mit den baulichen Ausweitungen habe er die PMHS zu einer „mustergültigen Einrichtung entwickelt“. Die PMHS sei nun fest verankert und lebe mit den Betrieben. Dass sich die Schule mit dem Trialog genannten Beziehungen zur jüdischen und zur arabischen Schule in die Partnerschaft mit dem israelischen Givatayim habe einbinden lassen, habe viel zu den regen Beziehungen des Landkreises in den Nahen Osten beigetragen.

Für Ministerialrat Hartmut Mattes ist Fano ein Visionär, der immer ein wenig Frieden in die Welt habe bringen wollen. Höhepunkt der Beziehungen zu den israelischen Partnern sei die Einladung zum Sommerfest des Bundespräsidenten Horst Köhler 2005 gewesen.

Als Ausdruck der Wertschätzung für Fano ist die Anwesenheit von Enàam Daoud, der Schulleiterin aus Rama, und ihres Kollegen Danny Peretz aus Givatayim zu werten. Sie würdigten Fano für sein Völker verbindendes Wirken als Freund und Kollegen. Dies unterstrich auch der Beitrag von fünf Schülern aus Deutschland und Israel, die vom aktuellen Schüleraustausch im Rahmen des Trialogs berichteten.

Letztlich waren die Hauptakteure des Nachmittags an der Reihe. Fano gewährte Einblick in die komplexe Verwaltung einer Schule von der Größe der PMHS und unterstrich, dass diese ohne Teamarbeit nicht zu bewältigen sei. Seine Schule übergebe er mit einem guten Gefühl in gute Hände. Wolf Hofmann wiederum sprach von „riesigen Schuhen“, die ihm Fano hinterlasse. Er habe großen Respekt vor der dessen Leistung und der Aufgabe, die er nun übernehme. Ein gutes Schulklima sei ihm eine Herzensangelegenheit, unterstrich er, ehe die Zimmererschüler der PMHS Fano beim stimmungsvollen, traditionellen und viel umjubelten Zimmererklatsch einbanden.

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