Zwischen Neckar und Alb

Der schönste Mann Deutschlands

Model Dominik Bruntner aus Hochdorf ist Mister Germany 2017. Auf den 23-Jährigen wartet jetzt ein turbulentes Jahr. Sein Traum sind Aufträge großer Modemarken. Von Patrick Kuolt

Der schönste Mann Deutschlands
Der schönste Mann Deutschlands

Dominik Bruntner sitzt da und lächelt. Er wirkt gelöst und fröhlich – rundum zufrieden. Natürlich nicht ohne Grund. Es sind bewegte Zeiten, die der 23-jährige Hochdorfer gerade erlebt. Denn vor rund zwei Wochen setzte sich Bruntner in Linstow in Mecklenburg-Vorpommern bei der Wahl zum Mister Germany 2017 durch. 1 025 Bewerber zwischen 18 und 28 Jahren waren zu den landesweiten Vorausscheidungen angetreten, 17 junge Männer aus zwölf Bundesländern schafften es in die Finalrunde. Daraus ging der Hochdorfer als der schönste Mann Deutschlands hervor.

So richtig fassen kann der 1,87  Meter große Frauenschwarm seinen Triumph noch nicht. „Mein Ziel waren die ersten fünf. Dass es aber zum Sieg reicht, hätte ich nicht gedacht“, sagt er – und man glaubt es ihm. Das Auftreten des jungen Mannes, der seit rund einem Jahr hauptberuflich als Model arbeitet, ist sehr selbstbewusst, aber keineswegs arrogant. Das wird auch deutlich, wenn Bruntner über seine Definition von Schönheit spricht. „Bei so einem Wettbewerb steht natürlich das Aussehen im Vordergrund. Das ist klar“, sagt der Titelträger und ergänzt: „Für mich ist es aber vor allem wichtig, dass ein Mensch eine gute Ausstrahlung hat, dass man freundlich ist und viel lacht. Bei der Wahl waren einige Kandidaten dabei, die sicher besser trainiert waren als ich. Außer Proteinshakes ist dann allerdings nicht viel gewesen.“

Seit sechs Jahren Model

Begonnen hat Bruntners Model-Laufbahn vor sechs Jahren, zunächst allerdings nebenberuflich. Durch Zufall stieß der damals 17-Jährige, der nach eigenen Angaben morgens lediglich eine Viertelstunde im Bad benötigt, um ausgehfertig zu sein, auf eine Ausschreibung eines Herstellers von Haarpflegeprodukten. „Ich dachte mir, probieren kann man es ja mal“, erinnert sich Bruntner. Es klappte auf Anhieb, er bekam den Job und wollte mehr. Drei bis vier Mal Fitness-Training in der Woche, dazu regelmäßig Tennis spielen und gleichzeitig seine besten Kumpels im Fußballverein, dem TV Hochdorf, in dem er seit seinem siebten Lebensjahr aktiv ist, nicht vernachlässigen – die Tage des gelernten Industriekaufmanns, der bis vor einem Jahr bei einem Reichenbacher Verpackungshersteller arbeitete, waren voll. Dann setzte er alles auf eine Karte. Auf seine Sedcard nämlich, eine Bewerbungsmappe, in der Bilder gesammelt werden, mit denen man sich bei Modelcastings seinen potenziellen Kunden vorstellt. „Ich habe mir ein Jahr Zeit gegeben, um zu schauen, ob ich eine Chance habe und davon leben kann. Das hat genau hingehauen. Denn jetzt geht es richtig los“, sagt Bruntner.

Während seines ersten Berufsjahres als Model arbeitete der Hochdorfer zunächst eineinhalb Monate lang für verschiedene Sportmarken in Istanbul. „Als die politische Situation dort aber immer angespannter wurde, habe ich beschlossen, zu gehen, weil die Lage einfach zu unsicher war“, sagt der 23-Jährige. Es folgte ein längerer Aufenthalt in Mailand. Auch in Deutschland war Bruntner häufig auf Achse, drehte für ProSieben in München regelmäßig kurze Filmbeiträge für das Boulevard-Magazin taff oder wirkte an den Foto-Lovestorys des Jugendmagazins Bravo mit. Bruntners Heimat ist und bleibt aber Hochdorf. „Meine Familie und alle meine Freunde leben hier, ich bin hier aufgewachsen. Solange es irgendwie möglich ist, werde ich bleiben“, sagt Bruntner.

Seinen ersten Live-Auftritt im Fernsehen hat Bruntner schon hinter sich: Er war bei der Landesschau Baden-Württemberg im SWR zu Gast. Im Februar wird er bei der Wahl zur Miss Germany dabei sein und die Finalistinnen bei einem Vorbereitungs-Camp auf Fuerteventura begleiten. In der Zukunft hofft der Hochdorfer, dass sich durch seinen Titel die eine oder andere Tür für ihn öffnen wird. „Und für Marken wie Hugo Boss, Gucci, Diesel oder Louis Vuitton arbeiten – das wäre das i-Tüpfelchen.“

Vergeben ist Bruntner derzeit nicht. „Es hat bisher einfach nicht gepasst. Ich treffe in meinem Beruf zwar viele schöne Frauen, aber diese Zusammentreffen sind meistens sehr oberflächlich. Ich lasse mir einfach Zeit, Eile habe ich keine“, erklärt er. Wie lange Bruntner den Modeljob machen will und was kommt, wenn er älter wird? „Ich plane nichts“, sagt er. „Ich kann mir aber gut vorstellen, in meinen Bürojob zurückzukehren, wenn mein Typ nicht mehr gefragt ist. Aber jetzt freue ich mich auf den positiven Stress, der im kommenden Jahr auf mich wartet.“

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