Zwischen Neckar und Alb

„Der Tourismus lechzt nach dieser tollen Attraktion“

Archäologie Bürgerinformation in Erkenbrechtsweiler über das geplante Erlebnisfeld Heidengraben

Erkenbrechtsweiler. Die drei Nachbargemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben wollen den Wert des archäologischen Highlights „Heidengraben“ nachhaltiger ausschöpfen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung wurden die Pläne des Konzeptes „Erlebnisfeld Heidengraben“ vorgestellt.

„Was Stuttgart heute für die Südwestregion ist, war früher die größte Keltenansiedlung Europas auf der Vorderen Alb“, strich Erkenbrechtsweilers Bürgermeister Roman Weiß die Bedeutung des Heidengrabens heraus. Der Heidengraben zähle zu den 50 bedeutendsten archäologischen Fundstellen in Deutschland.

Sein Hülbener Kollege Siegmund Ganser betonte, dass man mit dem geplanten Großprojekt die drei Orte beleben und keinesfalls die Landschaft verschandeln wolle. „Es wird kein Massentourismus entstehen“, versprach Ganser.

Projektplaner Bernhard Kehrer präsentierte das auch aufgrund der Anregungen aus den letzten Bürgerversammlungen entstandene Konzept. Das neue Erlebniszentrum solle auf den drei Ebenen Erlebnispfad, Erlebniswelt und Aussichtsturm basieren. Das Keltenerlebniszentrum stelle dabei den Kern- und Ausgangspunkt des Erlebnisfeldes dar. Ein rund 30 Meter hoher Aussichtsturm werde dazu beitragen, dass man die Aussicht aufs Erlebnisfeld genießen und das Oppidum der Kelten von oben erkunden könne. Im Ausstellungsgebäude sollen verschiedene Themen für ein attraktives Erlebnis sorgen.

Die Wirtschaftlichkeit des mit fünf Millionen Euro budgetierten Projektes ist bei einer prognostizierten jährlichen Besucherzahl von 35 000 Interessierten in etwa gewährleistet. 253 000 Euro Einnahmen durch Eintrittsgelder, Gastronomie und Vermietung stehen Personal-, Marketing- und sonstige Kosten von 263 000 Euro gegenüber, sodass unterm Strich mit einem Betriebsergebnis von minus 10 000 Euro kalkuliert wird. Ohne kräftige Zuschüsse vom Land ist das Projekt laut den drei Bürgermeistern der Voralbgemeinden jedoch nicht zu bewältigen.

Der Archäologe Dr. Gerd Stegmaier stellte den Keltenerlebnispfad, der bereits im Entstehen ist, vor. Die 5,5 Kilometer umfassende Gesamtrunde hat acht Stationen. Die Eröffnung des 567 000 Euro teuren Keltenerlebnispfades sei für Juli 2019 geplant.

Chance für Gewerbetreibende

Hülbens Bürgermeister Ganser betonte zudem, dass das Projekt für Gewerbetreibende und Gastronomie eine große Chance bedeute. Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Vorhaben Erlebnisfeld Heidengraben von einem Vertreter der Stadt Münsingen: „Der Tourismus auf der Schwäbischen Alb lechzt geradezu nach dieser tollen Attraktion.“ Rudi Fritz

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