Zwischen Neckar und Alb

Der Zerstörungswut freien Lauf gelassen

Vandalismus Nächtliche Eindringlinge richten im Wernauer Freibad Schaden an.

Tische und Stühle beschädigten das Sonnensegel.Foto: Stadt Wernau
Tische und Stühle beschädigten das Sonnensegel. Foto: Stadt Wernau

Wernau. Da staunte der Wernauer Bademeister Thomas Stiller nicht schlecht, als er am gestrigen Dienstagmorgen um sieben Uhr seinen Rundgang im Wernauer Freibad begann: Beim Kinderplanschbecken lagen über 25 Plastikstühle und ein Bistrotisch auf dem Sonnensegel. „Das Segel hat nun einen Riss“, sagt Thomas Stiller traurig. Im großen Schwimmbecken war eine Leine, die durchs Langbecken führt, lose. „Gottseidank war sie nicht durchgeschnitten, sondern nur ausgehängt.“

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Beim weiteren Absuchen des Schwimmbeckens nach Schäden entdeckte der Bademeister noch eine Schirmstange im Wasser. Sorge hatte Thomas Stiller dabei um die Bodensauger, die über Nacht am Beckenboden arbeiteten. „Die Geräte sind teuer, der Preis ist mit den Kosten für einen Mittelklassewagen vergleichbar.“ Glück­licherweise waren aber beide Sauger noch intakt. Beim Sprungturm entdeckte Stiller eine Liege, deren Stoff der Länge nach aufgeschlitzt war. „Danach bin ich den Zaun ums Freibad abgelaufen und habe zwei Mülleimer entdeckt. Da müssen die Vandalen wohl über den Zaun abgehauen sein.“

Nachdem Thomas Stiller beim erneuten Rundgang keine weiteren Schäden mehr entdeckte, informierte er die Stadtverwaltung und anschließend die Polizei. Da das Freibad wie gewohnt um 10 Uhr öffnete, begann er mit den Aufräumarbeiten. Die Stühle und der Tisch mussten vom Sonnensegel runter, die Mülleimer und die Sonnenliege entfernt werden. „Das waren eineinhalb Stunden Arbeit, die ich lieber für meine tägliche Routine genutzt hätte.“ Der Bademeister ist sauer: „Wir wissen, dass nachts immer mal wieder Menschen unerlaubt ins Freibad einsteigen. Es ist aber kein Kavaliersdelikt und vor allem gefährlich.“ Im Freibad gibt es eine Videoüberwachung. „Zurzeit werden die Bilder ausgewertet, vielleicht gibt es da weitere Hinweise“, hofft Thomas Stiller. Als weitere Sicherheitsmaßnahme schlägt der Bademeister Bewegungsmelder vor.

Die Polizei in Wernau bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0 71 53/9 72 40 zu melden. Thomas Krytzner