Zwischen Neckar und Alb

Die Barrieren im Alltag erleben

Workshop Wie findet man sich mit einer Sehschwäche zurecht? Ehrenamtliche Bürgerbus-Fahrer machen sich ein Bild davon.

Esslingen. Wie kann der Nahverkehr für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im Landkreis Esslingen leichter zugänglich werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Landkreis immer wieder. Das Amt für besondere Hilfen im Esslinger Landratsamt hat deshalb gemeinsam mit dem Verband „Pro Bürgerbus Baden-Württemberg“ und dem Verband „Selbsthilfe Körperbehinderter Baden-Württemberg“ eine Schulung für ehrenamtliche Fahrer der Bürgerbusse veranstaltet. Sie fand im Rahmen der Inklusionskonferenz statt. 20 Teilnehmer nahmen das Angebot wahr.

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Dazu gehörten nicht nur eine theoretische Einführung, sondern auch praktische Einblicke. Ein Rollstuhlparcours in der Innenstadt von Wendlingen machte erlebbar, wie sich verschiedene Behinderungen im Alltag auswirken. David Scharla vom Landesverband demonstrierte den Teilnehmenden, welche Auswirkungen bereits wenige Grad Unterschied im Neigungswinkel einer Rampe für Menschen im Rollstuhl haben.

Wie es ist, nicht sehen zu können, konnten die Ehrenamtlichen mit Blindenbrillen herausfinden. Ines Vorberg vom Landesverband verglich außerdem gemeinsam mit den Anwesenden die Gestaltung zweier Behindertentoiletten. Schnell wurde klar, dass die Bezeichnung „barrierefrei“ nicht zwangsläufig bedeutet, dass es keine Barrieren mehr gibt. Die anschließende Diskussion zeigte, wie wertvoll es ist, am eigenen Leib zu spüren, was es heißt, Barrieren des Alltags zu überwinden.pm