Zwischen Neckar und Alb

„Die Karten müssen auf den Tisch“

Fazit Neben Kritik an der Informationspolitik zur Landesstraße 1250 gab es von den Rednern viel Lob für die Tunnelbauer.

Wendlingen. Landrat Heinz Eininger war es, der gestern am Albvorlandtunnel die deutlichsten Worte aller Redner gefunden hat. Zuerst gab es allerdings positive Worte: für die Mineure und Ingenieure, die den Tunnel gebaut hatten, und für die Bedeutung, die die ICE-Trasse auch für den Regionalverkehr hat. Doch dann kritisierte der Kreischef nicht nur die erneute Verzögerung bei der Verlegung der Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen, sondern auch die Informationspolitik der Projektverantwortlichen. „Die Kommunikation läuft suboptimal“, sagte Eininger und wies nochmals darauf hin, dass die Kommunen und der Landkreis Partner, nicht Gegner seien. „Die Karten müssen auf den Tisch“, sagte der Landrat und forderte, wie vor Tagen auch schon die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, eine Bürgerinformationsveranstaltung.

Verkehrsminister Winfried Hermann zeigte sich ob des zügigen Baufortschritts entlang der Neubaustrecke beeindruckt. Besonders freute ihn, dass es gelungen ist, mit der Finanzierungsvereinbarung für die Große Wendlinger Kurve einen Engpass für den Regionalverkehr verhindert zu haben. Er bezeichnete die Neubaustrecke als schnelle Verbindung, die hilft, mehr Fahrgäste auf die Schiene zu bringen.

„Zusammen mit Stuttgart 21 schafft die für Tempo 250 ausgelegte Infrastruktur die Basis für attraktivere Reisezeiten nicht nur in Baden-Württemberg, sondern sorgt auch für schnellere Verbindungen in Europa“, sagte der Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg der DB, Thors­ten Krenz. Von Ulm an den Stuttgarter Flughafen würden Reisende künftig nur noch eine halbe Stunde benötigen.

„Als Implenia sind wir stolz, heute einen der zehn längsten Eisenbahntunnel in Deutschland durchschlagen zu haben“, freute sich zudem Erwin Scherer, Leiter der Abteilung Tunnelbau der Schweizer Baufirma.

Eine besondere Aufgabe während des Baus des Albvorlandtunnels kam Nicole Hoffmeister-Kraut zu, denn sie war Tunnelpatin und damit die irdische Vertreterin der heiligen Barbara, der Schutzpatronin aller Bergleute. Die, wie die baden-württembergische Wirtschaftsministerin es ausdrückte, „eine wahre Herkulesaufgabe gemeistert haben“. Wenn mächtige Bauwerke zur Vollendung kommen, sei das ein erhebender Moment für Besucher von außen, für Bauträger, Ingenieure, aber auch für Mineure. Die Tunnelpatin zeigte sich erleichtert, dass es zu keinen schweren Unfällen kam. „Die heilige Barbara hat ihre schützende Hand über die Baustelle gehalten“, zeigte sich Hoffmeister-Kraut überzeugt. Sylvia Gierlichs

Anzeige