Zwischen Neckar und Alb

Die Kreissparkasse trotzt der Krise

Bilanz Das regionale Kreditinstitut legt beim Kredit- und Einlagengeschäft zu und verbessert das Betriebsergebnis. Von Frank Hoffmann

2021 war für die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ein erfolgreiches Geschäftsjahr.  Foto: Markus Brändli

Auch im zweiten Jahr der Pandemie und trotz anhaltender Niedrigstzinsen hat die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ein gutes Ergebnis erwirtschaftet. Entsprechend zufrieden zeigte sich der KSK-Vorstandsvorsitzende Burkhard Wittmacher bei der Bilanzkonferenz: „Unser Geschäftsmodell zeigt wieder einmal seine Krisenfestigkeit. 2021 war trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein erfolgreiches Geschäftsjahr.“ Bei den Kundeneinlagen verzeichnete die Bank ein Plus von 5,7 Prozent, bei den Krediten eine Zunahme von 6,3 Prozent. Durch das Umsatzplus konnte das Betriebsergebnis gegenüber 2020 von 87,7 auf 91,2 Millionen Euro verbessert werden.

 

Unser Geschäftsmodell zeigt wieder einmal seine Krisenfestigkeit.
Burkhard Wittmacher, Vorstandsvorsitzender der KSK

So entspannt der Blick aufs abgelaufene Geschäftsjahr ausfällt, so sorgenvoll ist der Blick der Finanzexperten auf die aktuelle Lage. Durch den Krieg in der Ukraine sind die meisten Aufschwungprognosen Makulatur. Hinzu kommen die massiven Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Energie sowie Lieferengpässe, weshalb Wittmacher von einer spürbaren Verschlechterung der Wirtschaftslage ausgeht. „Das hängt vor allem davon ab, wie lange es dauert, bis wir wieder zu einem ,normalen Wirtschaftsalltag’ zurückkehren können.“

Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung um knapp drei Prozent gestiegen und hat der Kreissparkasse ein deutliches Wachstum im Unternehmenskundengeschäft beschert. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Kai Scholze konnte von einer Steigerung bei den Kreditvergaben an Unternehmen um 10,4 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro berichten. Die Einlagen der Firmen kletterten um 3,8 Prozent auf 2,52 Milliarden Euro.

Rund auf nachhaltige Anlagen

Rekordergebnisse im Wertpapiergeschäft prägten 2021 das Privatkundengeschäft der KSK. Immer mehr Kunden wagen sich angesichts des Nullzinsniveaus aufs Aktienparkett. „2020 war mit einem Volumen von 451 Millionen Euro im Wertpapiergeschäft schon ein sehr gutes Jahr“, bilanzierte Vorstandsmitglied Frank Dierolf. 2021 wurde dieses Ergebnis mit 606 Millionen Euro deutlich übertroffen, wobei inzwischen nachhaltige Geldanlagen immer mehr an Bedeutung gewinnen: 2020 lag der Anteil bei 18 Prozent, 2021 bereits bei 52 Prozent. 

Auf den mit dem Krieg in der Ukraine einhergehenden Kursverfall der Aktien haben die Anleger laut Dierolf bislang nicht mit Panikverkäufen reagiert. Abwarten und möglichst breit gestreut sowie zeitversetzt investieren, lautet die aktuelle Empfehlung der Bank.

Wenn’s um Alltagsgeschäfte geht, nutzen inzwischen 75 Prozent der Kundinnen und Kunden der Kreissparkasse das Online-Banking. Auch die digitalen Beratungsangebote erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Auf der anderen Seite machen sich deutlich weniger Menschen auf den Weg in eine Filiale. 2021 wurde deshalb die drei besonders schwach frequentierten Geschäftsstellen in Reudern, Linsenhofen und Harthausen in SB-Stellen umgewandelt. 

Der Immobilienbereich bleibt von starker Nachfrage und geringem Angebot gekennzeichnet. Aktuell stehen bei der Sparkasse knapp 100 Verkaufsobjekten über 2000 Kaufinteressenten gegenüber. 2021 wurden über 300 Immobilien mit einem Finanzierungsvolumen von rund 500 Millionen Euro vermittelt.

Bis 2023 klimaneutral

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt derzeit viele Firmen, Anleger und natürlich auch die Kreissparkasse: Bis 2023 will die Bank klimaneutral sein und im Nachhaltigkeitskontext eine Vorreiterrolle einnehmen. „Wir wollen uns zu einem lokalen Kompetenzzentrum rund um die Nachhaltigkeit entwickeln“, sagt Burkhard Wittmacher.  In diesem Zusammenhang will die Bank vor allem die Unternehmen im Kreis Esslingen bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft unterstützen. Dieser Prozess, so Kai Scholze, sei der größte Umbruch seit der Industrialisierung und die innovativen Firmen in der Region mit ihrem „schwäbischen Tüftlergeist“ eine große Chance. 

 

Die wichtigsten Geschäftszahlen der Kreissparkasse


                                                                                     2021                   2020
Geschäftsvolumen                                            18,92 Mrd. €     17,44 Mrd. €
Bilanzsumme                                                    11,64 Mrd. €     10,96 Mrd. €
Kundenkredite                                                    7,20 Mrd. €       6,77 Mrd. €
Kundeneinlagen                                                 8,69 Mrd. €       8,22 Mrd. €
Jahresüberschuss                                                 13 Mio. €        12,7 Mio. €
Mitarbeitende                                                              1378                 1391
Auszubildende                                                              104                     97
Filialen/SB-Stellen                                                          94                     94
 

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