Zwischen Neckar und Alb

Die „Warte-Halle“ hofft auf den Herbst

Veranstaltungen Die Kulturintitiative „Die Halle“ hält sich mit Biergartenkonzerten knapp über Wasser.

Nur rund 45 Besucher können im Biergarten der „Halle“ in Reichenbach Livekonzerte genießen.Foto: Katja Eisenhardt
Nur rund 45 Besucher können im Biergarten der „Halle“ in Reichenbach Livekonzerte genießen. Foto: Katja Eisenhardt

Reichenbach. Seit 1983 ist „Die Halle“ in Reichenbach Anlaufstelle für Konzert- und Partygänger und längst eine feste Institution. Jährlich sorgt das Team der Kulturinitiative für ein abwechslungsreiches Programm. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Veranstaltungen mit regionalen, nationalen und internationalen Künstlern sowie auf den hauseigenen Partys. Dieses Jahr ist alles etwas anders. Am 7. März fand das bis dato letzte reguläre Konzert in der Halle statt. Dann ging bis Mai erst mal nichts mehr, wie Florian Pfirrmann, einer der beiden hauptamtlichen Mitarbeiter, erzählt.

Ein Regelbetrieb findet aktuell nicht statt. Einzig elf kleine Biergartenkonzerte werden bis zu den Sommerferien im Außenbereich - oder bei schlechtem Wetter im Innenraum - stattfinden, und das bis 25. Juli jeweils freitags und samstags. Am 19. Juni fiel der Startschuss für die Konzertreihe. Rund 45 Besucher finden an den auf Abstand gestellten Tischen Platz. Kommen kann nur, wer sich vorab per E-Mail angemeldet hat. Bis auf Philip Bölter aus Freiburg, der am 10. Juli auftritt, stammen alle Künstler aus der Region. „Drei Konzerte waren geplant. Die anderen acht habe ich innerhalb weniger Tage dazuorganisiert, nachdem wir eine Förderung in Höhe von 5 500 Euro vom Land bekommen haben. Damit können wir die Gagen der Künstler finanzieren. Das wäre anders aktuell nicht machbar gewesen“, berichtet Pfirrmann.

Ein regulärer Kneipenbetrieb wäre eigentlich unter entsprechenden Auflagen ebenfalls wieder erlaubt. Nach einem kurzen Testlauf Mitte Mai hat das Hallenteam allerdings entschieden, diesen weiterhin auszusetzen. „Die Abstandsregeln wurden nicht gut eingehalten, das hat so keinen Sinn gemacht“, erklärt Pfirrmann die Entscheidung. Zudem sei der Zulauf nicht allzu groß gewesen. In den Sommerferien bleibt die Halle geschlossen. Ab September startet dann eigentlich die große Konzertsaison. Wie das in diesem Jahr aussieht, stehe in den Sternen. Genauso unsicher ist der Halloween-Schwoof. „Wir hoffen zumindest, dass er stattfinden kann, denn sonst wird es langsam wirklich eng“, sagt Florian Pfirrmann. Die Partys sind neben den Konzerten die Haupteinnahmequelle der Kulturinitiative. Im Normalbetrieb liegen die monatlichen Fixkos­ten der Kulturinitiative bei rund 7 000 Euro. Die Gemeinde und die Versicherung haben die Beiträge in der aktuellen Situation gesenkt. In den vergangenen Jahren standen in der Halle schon einige Renovierungen an, weitere Projekte warten. „Mit den aktuellen Ausfällen gilt es jetzt aber erst mal, zu sparen.“ Katja Eisenhardt

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