Zwischen Neckar und Alb

Die Welt der Römer „en miniature“

Geschichte Die Lego-Ausstellung im Köngener Römermuseum bringt die Antike auf unterhaltsame Weise nahe.

Mit viel Liebe zum Detail: Etliche Legosteine bilden das römische Reich in Miniaturform ab. Foto: Sylvia Gierlichs
Mit viel Liebe zum Detail: Etliche Legosteine bilden das römische Reich in Miniaturform ab. Foto: Sylvia Gierlichs

Köngen. Die Römer sind ein faszinierendes Thema. Wer mehr über sie erfahren will, muss nicht nach Italien reisen. Ein Ausflug nach Köngen ins Römermuseum ist auch ganz unterhaltsam. Dieses Jahr im Zentrum: die Lego-Ausstellung, die die Welt der Römer an Neckar und auf der Alb zeigt.

Der Historiker Theodor Mommsen bezeichnete den römischen Kaiser Caracalla als „geringfügigen, nichtswürdigen Mensch, der sich ebenso lächerlich wie verächtlich machte“. Der Krieg war seine Welt und der Wunsch, den Einfluss Roms abzusichern führte ihn auch nach Germanien. Der Feldzug gegen die Alemannen schien ziemlich eindrucksvoll gewesen zu sein, denn für 20 Jahre gab es danach keine Grenzverletzungen mehr. Und zu des Kaisers Ehren wurde im Jahr 213 nach Christus nahe dem heutigen Ort Dalkingen ein prächtiger Triumphbogen gebaut. Ob der Caesar jemals das Prachttor durchritt, ist zweifelhaft.

Fakt ist jedoch, dass der Triumphbogen im Köngener Römermuseum zu besichtigen ist. Und zwar in der Lego-Ausstellung, die noch bis zum Saisonende gezeigt wird. Die kleine Retrospektive auf römisches Leben entlang des Limes wurde von Christoph Planck und dessen Tochter Karla gebaut. Bei dem Namen Planck werden einige aufhorchen. Und sie liegen mit ihrer Mutmaßung völlig richtig, denn Christoph Planck ist der Sohn von Dieter Planck, dem ehemaligen Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege. Dieter Planck hatte einst die Konzeption des Römerparks und des Museums in Köngen unterstützt, dort auch das keltische Wagengrab ausgegraben und den römischen Münzschatz gesichert, der in Köngen Ende der 1960er-Jahre gefunden wurde. Und unter Plancks Leitung wurde eben jenes Limestor in Dalkingen ausgegraben, das sich jetzt in der Legowelt seines Sohnes und seiner Enkeltochter wiederfindet.

Anlässlich der Einweihung des Spielplatzes im Römerpark im vergangenen Jahr kam Christoph Planck auf Museumsleiterin Carmen Zeis zu. „Er erzählte mir, mit den kleinen Legosteinen eigene Ideen umzusetzen, sei sein Hobby. Und er fragte, ob er nicht einmal etwas fürs Museum bauen könne“, erzählt Zeis. Die Idee zündete. Bis die Ausstellung allerdings stand, dauerte es einige Monate, Mitte März wurde die Welt der Römer „en miniature“ im ersten Stock des Museums aufgebaut.

„Es sind nicht nur die Kinder, die diese Ausstellung faszinierend finden. So mancher Erwachsene macht hier nicht nur eine Reise in die Welt der Römer, sondern auch zurück in die eigene Kindheit“, erzählt die Museumsleiterin über die ersten Tage, in denen die Ausstellung zu sehen war. Bereits in den ersten Tagen waren etwa 100 Besucher da - für das kleine Köngener Museum ist das eine ganze Menge.

Die Lego-Ausstellung ist noch bis 1. November zu sehen. Weitere Informationen gibt es auch online auf der Seite www.museum-koengen.de. Sylvia Gierlichs

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