Zwischen Neckar und Alb

Direktor ohne Dünkel

Polizei Der 42-jährige Markus Schweikert ist neuer Polizeidirektor des Esslinger Reviers. Hierarchien sind ihm nicht so wichtig. Mit ihm solle ein neuer Kommunikationsstil Einzug halten, sagt er. Von Jakob de Santis

Polizeipräsident Alexander Pick (links) ist vom neuen Revierleiter Markus Schweikert begeistert.Foto: Roberto Bulgrin
Polizeipräsident Alexander Pick (links) ist vom neuen Revierleiter Markus Schweikert begeistert.Foto: Roberto Bulgrin

Zwar ist Markus Schweikert schon seit Beginn des Jahres als Direktor des Polizeireviers Esslingen tätig, offiziell eingeführt wurde er jedoch erst jetzt. Schweikert übernimmt das Revier von Rainer Trettel, der seit März vergangenen Jahres das Zepter vorübergehend in der Hand hielt. Der Neue freut sich auf seine Aufgabe in Esslingen: „Ich habe ein funktionierendes, starkes Revier vorgefunden.“ Zuvor hatte Schweikert neun Jahre lang im Innenministerium gearbeitet, war dort für Personalentwicklung, Aus- und Fortbildung sowie jüngst für die Nachwuchs-Einstellungsoffensive zuständig. Dass Schweikert mit 42 Jahren zu den jüngeren Revierleitern zählt, hat ihm bei der Eingewöhnung keine Probleme bereitet. „Ich wurde von meinen Kollegen super aufgenommen“, berichtet er.

Der Polizist verdeutlicht, dass mit ihm vor allem ein neuer Kommunikationsstil Einzug halten soll. „Ich will ein Ohr an der Mannschaft haben. Deshalb laufe ich hin und wieder durch die Gänge“, berichtet er und ergänzt: „Das habe ich, als ich hier ankam, anders vorgefunden.“ Wichtig ist ihm zuvorderst, dass ohne Hierarchiegedanken kommuniziert wird. „Denn was bringt ein Polizeidirektor, wenn ihm seine Kollegen nicht helfen und zu ihm stehen - das Revier muss zusammenarbeiten.“

Ran an die Esslinger Burg

Schweikert hat viel vor. Als Problemzone, die es anzupacken gilt, sieht er unter anderem den Treffpunkt auf der Esslinger Burg. Viele Bewohner beschweren sich laut Schweikert über Gruppen, die sich dort in den warmen Monaten des Jahres treffen, um zu feiern. „Da läuft derzeit die Analyse. Wenn es im Frühling und Sommer akut wird, werden wir die nötigen Maßnahmen einleiten.“

Alexander Pick, Polizeipräsident des übergeordneten Reutlinger Reviers, lobte die neue Führungskraft in den höchsten Tönen, sprach von einem „absoluten Glücksgriff“ für das Polizeirevier Esslingen. Und nicht nur Pick hat eine hohe Meinung vom 42-Jährigen, „auch alle, die ich befragt habe, haben nur das Beste berichtet - das Wort ,Menschenfänger‘ ist gefallen“. Gleichzeitig warnte der leitende Polizeidirektor Andreas Stolz die Hauptperson mit einem Augenzwinkern vor seiner neuen Aufgabe: „Sie sind nun auf einer Hierarchiestufe angelangt, auf der es nicht mehr viel Lob gibt.“

Um gute Polizeiarbeit leisten zu können, ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt notwendig. Diese bot Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger, der ebenso anwesend war wie die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Lindlohr, direkt an. „Sicherheit ist ein Grundbedürfnis eines jeden menschlichen Zusammenlebens“, sagte Jürgen Zieger.

Schweikert blickt mit Spannung und Freude in die Zukunft - aber auch mit einer ordentlichen Portion Zuversicht. Denn er erhielt zur Einführung ein Geschenk, das als gutes Omen gewertet werden darf. Polizeipräsident Pick überreichte ihm unter dem Gelächter der Anwesenden einen Sack Zwiebeln - als Anlehnung an die Esslinger Marktfrau, die einst den Teufel mit einer Zwiebel aus der Stadt vertrieben hat.

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