Zwischen Neckar und Alb

„Du bist sowieso gleich tot“

Prozess Ein 27-Jähriger soll seine Ex-Freundin geschlagen und vergewaltigt haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Symbolbild

Region. Beleidigung, Bedrohung, Hausfriedensbruch, Körperverletzung und schwere Vergewaltigung - das ist eine Auswahl der zahlreichen Vorwürfe, die der Staatsanwalt am ersten Verhandlungstag vor dem Stuttgarter Landgericht gegen einen Mann aus Kohlberg erhebt. In zwei dicken Anklageschriften ist alles genau dokumentiert. Im März vergangenen Jahres habe es zwischen ihm und seiner Lebenspartnerin aus Esslingen Probleme gegeben. Die Frau trennte sich von ihm und forderte ihn sofort auf, ihre Wohnung zu verlassen.

Bedroht, geschlagen, entführt

Der Mann habe ihr daraufhin Ohrfeigen verpasst und sie beleidigt. Außerdem soll er ihr in den folgenden Wochen und Monaten vor ihrer damaligen Wohnung aufgelauert haben. Zudem habe er die Fenster ihres Autos zertrümmert und die Frau durch Schläge auf den Kopf verletzt. Einmal soll er sogar in die Wohnung in Esslingen eingedrungen sein und zugeschlagen haben. Die Frau erlitt eine Schädelprellung. Mit den Worten „Du bist sowieso gleich tot“ habe er sie mit einem Messer bedroht. Nach diesem Vorfall erließ das Nürtinger Amtsgericht ein Annäherungsverbot.

Am 3. Oktober hat der Mann sich zu eine Aussprache mit der Frau getroffen. Dabei soll er sie mit dem Auto nach Ludwigsburg entführt haben. Dort verletzte er laut Anklage ihr Gesicht und ihren Hals mit einer Schere, dann soll er sie gefesselt und auf einem Industrieparkplatz vergewaltigt haben. Bei einer stundenlanger Irrfahrt konnte die Frau dann eine Hand von den Fesseln befreien und flüchten. Zwei Tage nach dieser Tat wurde der Angeklagte in seiner Wohnung festgenommen.

Täter schweigt zu Vorwürfen

An den genauen Tatort der Vergewaltigung konnte sich die Ex-Freundin des Täters nicht mehr erinnern. Erst als sie mithilfe der Polizei die Strecke von Esslingen bis nach Ludwigsburg abfuhr, erkannte sie den Ort wieder. Zu den Vorwürfen schweigt der 27-Jährige. Nur zu seiner Herkunft macht er Angaben. Er stammt aus dem Kosovo, wohnt in Kohlberg und sei zuletzt Paket-Fahrer gewesen. Seine Ex-Freundin lernte er 2016 kennen. Doch sie habe ihn ständig mit anderen Männern hintergangen und ihn belogen.

Die Strafkammer in Stuttgart hat zur Klärung der Vorwürfe zunächst sechs Prozesstage angesetzt. Ein Urteil ist für den 21. März vorgesehen.Bernd Winckler

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