Zwischen Neckar und Alb

EBI-Shops werden zu Sozial-Kaufhäusern

Umfirmierung Secondhandgeschäfte wechseln ihren Namen. Jüngere Kunden sollen angesprochen werden.

Die Secondhandshops haben einen neuen Namen und ein breiteres Angebot.Foto: Roberto Bulgrin
Die Seco Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen. Übersichtlichere Verkaufsräume, ein breiteres Angebot besonders für junge Leute und - nicht zuletzt - ein neuer Name. Die Secondhandshops der Esslinger Beschäftigungsinitiative (EBI) in Esslingen und Plochingen heißen jetzt „Das Sozial-Kaufhaus“. Träger ist das gemeinnützige Sozialunternehmen „Neue Arbeit Stuttgart“, das insgesamt rund 3 000 Mitarbeiter beschäftigt.

„Wir haben die EBI im September 2016 übernommen und in einen größeren Verbund integriert“, erklärt Martin Tertelmann, der bei „Neue Arbeit“ für Presse- und Medienkontakte zuständig ist. „Die Läden sind ein sozialökologisches Projekt: Waren wechseln den Besitzer und Menschen wechseln in eine neue Arbeitsstelle.“ Durch die Spende beispielsweise von Kleidung und Möbeln kann man Dinge auf sinnvolle Weise loswerden, die man nicht mehr haben möchte. Doch bis das Sozial-Kaufhaus in der Esslinger Kiesstraße unter dem neuen Namen eröffnen konnte, gab es jede Menge zu tun: „Wir haben festgestellt, dass die Läden nicht unseren Standards entsprechen“, sagt Rolf Kaltenberger, Fachbereichsleiter Sozialkaufhäuser und Haushaltsauflösungen. „Sie hatten eher einen Flohmarkt-Charakter.“

Unter dem neuen Träger gab es auch eine Verschlankung. „Vorher hatte jedes Kaufhaus eine eigene Lagerstelle, in der Sachspenden gesichtet, aufbereitet oder repariert wurden“, so Kaltenberger. „Seit Januar 2018 haben wir aber ein zentrales Lager in Zuffenhausen geschaffen, wo alle Spenden aus Plochingen, Esslingen, aber auch aus unseren anderen Shops in Stuttgart-Stadtmitte und Wangen gesichtet werden.“ Zwischen 350 000 und 400 000 Kleidungsstücke werden dort pro Jahr beurteilt. Neu ist auch die Präsenz der Läden in den sozialen Medien. Das ist der Aufgabenbereich von Praktikantin Sophia Alex, die sich auch darum kümmert, den Secondhandladen für die jüngere Generation attraktiver zu machen. „Wir haben das Angebot erweitert und bieten auch Waren im Vintage- oder Retro-Stil an.“ Zudem ist ein Studenten-Rabatt geschaffen worden. „Unter Vorlage des Ausweises bekommen Studenten 20 Prozent Rabatt auf alle Artikel.“

Einkommensschwache Menschen können beim Einkauf ihren Renten-, BAföG- oder Hartz-IV-Bescheid vorlegen und bekommen dafür eine sogenannte Vorteilkarte. Julia Theermann

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